Eisel bedankt sich bei Team Sky

SKY_Giro_Stage_6_eisel-paces-cavendish_2763488

  • Team Sky-Roadcaptain wechselt nach 4 Erfolgsjahren
  • „Habe viel gelernt, bin sehr dankbar für die Zeit“

29. September 2015, Klagenfurt. Bernhard Eisel (34) hat heute einen 3-Jahres-Vertrag mit dem südafrikanischen Radteam MTN Qhubeka unterzeichnet. Ab 2016 fährt der in Klagenfurt lebende Steirer wieder gemeinsam mit seinem Freund und Trauzeugen Mark Cavendish mit dem er schon beim Team HTC Highroad und zuletzt auch beiTeam Sky erfolgreich war.

„Es waren vier super Jahre bei Team Sky mit dem Höhepunkt Toursieg mit Bradley Wiggins und vielen anderen schönen Erfolgen. Ich bin stolz darauf, dass ich mit meiner Erfahrung helfen durfte einige junge Fahrer an die absolute Elite heranzuführen. Ich habe viel gelernt und bin dankbar für die Zeit. Und eigentlich ist es ziemlich dumm, das erfolgreichste und professionellste Team der Welt zu verlassen.“

Was Bernhard Eisel nach 14 Profi-Saisonen mit 24 Siegen, 850 Rennen und mehr als 147.000 Rennkilometern (3 1/2 Mal um die Welt) an der neuen Aufgabe reizt? „Meine Aufgabe ist es, die großen Talente, die für dieses afrikanische Team fahren weiterzuentwickeln, den Sprintzug zu formieren und meine Erfahrung weiterzugeben. Mein Aufgabengebiet ist größer geworden und damit auch meine Chancen bei den Rennen. Dieses Team hat großes Potenzial.“

Mehr Infos unter www.teamsky.com und www.teammtnqhubeka.com

Eisel rettet König Top-Platz beim Giro

Road Captain Bernhard Eisel hatte viel Spaß mit seinen Teamkollegen beim gemeinsamen Leiden.

Road Captain Bernhard Eisel hatte viel Spaß mit seinen Teamkollegen beim gemeinsamen Leiden.

  • Team Sky-Ersatzkapitän Leopold König holt Rang 6
  • Bernhard Eisel zieht positives Resümee nach 3 Wochen
  • „Hat großen Spaß gemacht, gemeinsam zu leiden“

 

1. Juni 2015, Klagenfurt. Was macht Bernhard Eisel, nachdem er 3.481,8 Kilometer und 21 Etappen beim 98. Giro d’Italia hinter sich gebracht hat. Richtig: er geht Radfahren. Am Tag nach der hektischen Zielankunft in Mailand, bei der Eisel nach einem Reifendefekt bei König 15 Kilometer vor Schluss seinem Teamkollegen das Rad borgte und so dessen Top-Platzierung im Gesamtklassement rettete, dreht der Steirer in seiner Wahlheimat Klagenfurt gemütlich eine Runde um den Wörthersee. „Ja, es macht noch immer Spaß am Rad zu sitzen. Die Sonne scheint und hier am See ist es wunderbar. Ich bin zwar körperlich nach diesen 3 Wochen bei der wohl härtesten Landesrundfahrt der letzten Jahre echt am Limit. Aber im Kopf bin ich frisch.“

Der 34-jährige Team Sky-Road Captain hat drei Kilo Körpergewicht verloren. „So viel Pasta kann man gar nicht essen. Es war wirklich extrem hart. Die Streckenführung, das Tempo, die Technik. Leute, wie ich, sind fast 6 Stunden hinter Gesamtsieger Contador, wir sind also einen Tag extra im Sattel gesessen. Und dennoch hat es mit den Jungs von Team Sky großen Spaß gemacht, gemeinsam zu leiden. Klar hat uns Richie Porte nach seinem Ausstieg in den letzten zehn Tagen gefehlt, aber Leopold König hat ihn würdig vertreten. Er war ein super Kapitän und wurde mit seinem bislang besten Ergebnis bei einer großen Landesrundfahrt (Anmerkung: im Vorjahr wurde der Tscheche Gesamt-Siebenter bei der Tour de France) belohnt.“

Eisels persönlicher Höhepunkt bei seiner vierten Giro-Teilnahme (= 14. große Landesrundfahrt, Tour, Giro und Vuelta)? „Kein Sturz in 3 Wochen! Meine Teamkollegen haben ja teilweise wie Mumien ausgesehen. Für die wahren Höhepunkte sorgen in Italien natürlich die Tifosi, die Radsportbegeisterung in diesem Land ist ungebrochen. Und auch die Landschaft, durch die wir gefahren sind, war zum Teil atemberaubend. Da waren diesmal Gegenden dabei, von denen ich selber bislang gar nicht gewusst habe, dass es sie gibt.“

Der Tiefpunkt? „Nach der 2 Minuten-Strafe gegen Richie Porte nach dessen Fehler beim Reifendefekt. Er hätte den Ersatzreifen ja auch von uns oder unserem Betreuerauto bekommen und hätte den nicht von einem teamfremden Radfahrer annehmen müssen. Aber in der Hektik hat er da völlig falsch reagiert und seine Chancen auf den Gesamtsieg waren dahin. Zum Glück waren meine Frau und meine Tochter nach dieser Etappe zu Besuch. Ich habe zwei Stunden mit meiner Tochter gespielt und der Ärger war vergessen.“

Mehr Infos unter www.teamsky.com

Eisels Italian Job #legend

Bernhard Eisel mit Team Sky-Sportdirektor Kurt Asle Arvesen.

Bernhard Eisel mit Team Sky-Sportdirektor Kurt Asle Arvesen.

  • Team Sky-Kapitän Porte streut Eisel via Twitter Rosen
  • Starke erste Giro-Woche für Bernhard Eisel & Co.
  • „Keine schweren Stürze, alle Mann an Bord, Rotes Trikot und Rosa in Griffweite“

18. Mai 2015. Nach 9 von 21 Etappen liegen Road Captain Bernhard Eisel und sein Team Sky voll im Plan: Rotes Trikot für den besten Sprinter und ein Etappensieg für den Italiener Elia Viviani, dazu liegt der Australier Richie Porte auf Gesamtrang 3, das Rosa Trikot mit 22 Sekunden Rückstand in Griffweite.

Am 15. Mai twitterte der Kapitän von Team Sky über seinen Road Captain: „On days like the last two stages of the Giro you get to appreciate the work of guys like @EiselBernhard. Money can’t buy experience #legend“. Auf solche Lobeshymnen reagiert der 34-jährige Rad-Routinier gewohnt gelassen. „Die Basis für gutes Teamwork ist gegenseitige Wertschätzung. Wir machen alle unseren Job und derzeit machen wir ihn sehr gut. Wir haben noch alle Mann an Bord, hatten erst zwei kleine Stürze, die zum Glück jeweils ohne Folgen blieben. Der Etappensieg von Elia war natürlich eine sehr emotionelle Sache, weil es sein erster Grand Tour-Etappensieg und noch dazu daheim war. Unser Kapitän Richie Porte hat jetzt auch in den Bergen gezeigt, dass er gut drauf ist. Der Giro ist noch lang und Rosa ist in Griffweite.“

Derzeit genießt Bernhard Eisel den ersten von zwei Ruhetagen bei seinem vierten Giro. „Der Schnitt ist richtig hoch, das gesamte Fahrerfeld ist voll am Limit. Wobei wir, Team Astana und Tinkoff-Saxo an der Spitze des Feldes extrem viel arbeiten müssen. Der erste Ruhetag kommt gerade zur richtigen Zeit. Weil das Aufstehen in der Früh ist aufgrund meiner Grundmüdigkeit echt hart.“

Mehr Infos unter www.teamsky.com und www.eisel.com

Eisel sieht rosa

Bernhard Eisel blickt seiner vierten Giro-Teilnahme gelassen entgegen. (c) Scott Mitchell

Bernhard Eisel blickt seiner vierten Giro-Teilnahme gelassen entgegen. (c) Scott Mitchell

  • Der Rad-Routinier über seinen vierten Giro d‘Italia
  • „Richie Porte wollte mich unbedingt dabei haben“

6. Mai 2015. Eigentlich wollte Team Sky-Profi Bernhard Eisel heute Richtung Kalifornien-Rundfahrt aufbrechen. Stattdessen sitzt der 34-jährige Routinier um 14.30 Uhr im Flugzeug von Laibach nach Nizza. Ohne Eisel als Road Captain wollte Mitfavorit Richie Porte nicht die 98. Auflage der zweitgrößten Radrundfahrt der Welt in Angriff nehmen. Sky Österreich sprach mit Bernhard Eisel vor den 3.481,8 Kilometern in 21 Etappen vom 9. bis 31. Mai von San Lorenzo al Mare nach Mailand über Tifosi-Begeisterung, das Rosa Trikot und seine 8 Wochen alte Tochter.

Erst Dienstag kam die offizielle Nachricht von Team Sky, dass Bernhard Eisel – übrigens als einziger Österreicher – nun doch beim Giro d’Italia dabei ist. Warst du überrascht?
Bernhard Eisel: Ja, ich war ziemlich überrascht, weil meine Vorbereitung und Planung nach den Klassikern auf die Tour of California (Anm. 10. bis 17. Mai) ausgerichtet war. Doch plötzlich hat mich Richie Porte angerufen und gesagt, dass er mich unbedingt dabei haben will. Ich habe gesagt gut, dann fange ich jetzt wohl besser an zu trainieren. Nicht einmal dieser Scherz hat ihn umstimmen können.

Dein australischer Teamkollege Porte will den Giro also unbedingt mit dir gewinnen?
Es sieht zumindest so aus. Es ist sein großes Saisonziel und natürlich das Ziel von Team Sky, das Rosa Trikot nach Mailand zu bringen. Richie ist tatsächlich in Top-Form, er hat nicht umsonst in dieser Saison Paris-Nizza, Volta a Catalunya und den Giro del Trentino gewonnen und ist die aktuelle Nummer 2 im UCI WorldTour Ranking. Richie und Contador sind die absoluten Top-Favoriten beim diesjährigen Giro. Die Jungs und ich werden Gas geben und alles tun, um Richie zum Sieg zu führen.

Was sind deine Aufgaben als Road Captain?
Wir haben da eine ganz tolle Truppe beisammen, wo jeder genau weiß, welche Aufgabe er hat. Mit den meisten Jungs bin ich schon beim Giro oder der Tour de France gefahren. Meine Aufgabe ist es, das Rennen zu lesen, mich um Richie zu kümmern, ihn immer aus dem Gröbsten rauszuhalten. Ich treffe die Jungs am Mittwochabend in Nizza. Dann haben wir noch Zeit ein bisschen gemeinsam zu trainieren und uns gut auf die erste Etappe mit dem Mannschaftszeitfahren einzustellen.

Klingt trotz deiner kurzen Vorbereitungszeit ziemlich entspannt. Macht das die Routine von 17 großen Landes-Rundfahrten, oder gibt es noch immer Dinge vor denen du dich fürchtest?
Zum Fürchten hatte ich diesmal keine Zeit. Ich hatte tatsächlich keine optimale Vorbereitung, bin vielleicht auf 10 echte Trainingstage gekommen. Dennoch gehe ich da ziemlich entspannt an meine Arbeit heran. Es ist für mich so, wie wenn andere ins Büro gehen.

Ist der Giro die perfekte Vorbereitung für deinen möglichen elften Tour-Start?
Nicht unbedingt. Aber ich kann beides in einer Saison fahren, das habe ich schon öfter bewiesen. Bei mir geht es jetzt aber eher darum, meinen Saisonplan so auszurichten, dass ich für die WM in Virginia, auf die ich mich sehr freue, in Hochform sein kann. Das ist dann bei diesem umfangreichen Programm vor allem Kopfsache.

Du bist 2002, 2012 und 2014 den Giro gefahren. Was hat sich verändert?
Die Streckenführungen waren manchmal extrem. Heuer ist es, soweit ich gesehen habe, eine ausgewogene schöne große Landes-Rundfahrt. Der Giro ist in erster Linie Tradition und pure Begeisterung der Tifosi. Da hat sich in all den Jahren nichts daran verändert. Die italienischen Radfans stehen nach wie vor lieber vor als hinter den Absperrungen. Und nicht zu vergessen: Das Essen ist hervorragend und allein dafür lohnen sich die 3 Wochen Quälerei.

Worauf freust du dich am meisten?
Auf die Etappen in Jesolo und Treviso. Weil meine Frau mit unserer 8 Wochen alten Tochter da von uns daheim in Klagenfurt locker mit dem Auto zu Besuch kommen kann.

Mehr Infos zu Team Sky beim Giro unter www.teamsky.com

Eisel über Flandern und Roubaix

Klassiker-Experte Bernhard Eisel mit Bradley Wiggins an der Spitze für Team Sky.

Klassiker-Experte Bernhard Eisel mit Bradley Wiggins an der Spitze für Team Sky.


Die beiden Rad-Monumente Flandernrundfahrt und Paris-Roubaix stehen vor der Tür. Bernhard Eisel fährt seine 15. Saison als Rad-Profi, hat 66 Kopfstein-Klassiker in den Beinen, hat davon einen (Gent-Wevelgem) gewonnen und ist bereits 12 Mal hintereinander bei Flandern und Roubaix angetreten. Wenn es brenzlig wird, ist er als Team Sky-Road Captain zur Stelle. teamsky.com sprach mit dem 34-jährigen Klassiker-Experten darüber, wie diese Kopfstein-Bestien zu zähmen sind.

Du sitzt im Bus vor einem großen Tages-Klassiker wie Flandern oder Roubaix. Vielleicht ist das Wetter draußen nicht gerade das Beste. Wie fühlt man sich da als Fahrer?
Bernhard Eisel: Wenn du vor einem großen Klassiker im Bus sitzt und es ist gerade früher Morgen und du weißt, 6 Stunden Qualen liegen vor dir, dann ist die Stimmung – wie soll ich sagen – nicht gerade die beste. Jeder versucht sich zu konzentrieren und es ist manchmal ziemlich still. Du kannst probieren den einen oder anderen Witz zu machen, doch du merkst ziemlich schnell, dass sie plötzlich nicht mehr lustig sind. Es ist meine 15. Profi-Saison und trotzdem frag‘ ich mich noch immer, was ich anziehen soll. Ich gehe immer mit zu viel Wäsche ins Rennen, die ich dann versuche, so schnell als möglich los zu werden. Und dann gehst du raus und ziemlich bald bist du voller Dreck. Und das einzige, was du noch versuchen kannst, ist den Dreck nicht zu fressen.

Wie gehst du mental an so ein Rennen heran – kann man es mit einem Kampf vergleichen?
Es ist mehr wie ein Kampf gegen dich selbst, um die Motivation und die Konzentration zu erhalten. Und dieser Kampf beginnt genau mit dem Ende der Klassiker im Vorjahr. Dann hast du 12 lange Monate, in denen du weißt, du kommst wieder hierher. Im Winter-Trainingslager sprechen wir oft davon, wie wir uns am besten für die Klassiker vorbereiten. Mental. Physisch. Und wenn du dann wieder dort bist, musst du imstande sein zu denken, ich habe alles getan, was möglich war. Ich weiß genau, was ich zu tun habe und bin ganz darauf konzentriert. Während des Rennens muss davon noch etwas übrig sein, nicht nur physisch, sondern vor allem mental. Und dann geht’s darum, vor jeder Kurve in die beste Position zu sprinten – dort zu sein, wo du zu sein hast, um nach deinen Team-Kollegen zu schauen und sie ganz nach vorne zu bringen. Und das ist es so ziemlich, wie man seine 6 Stunden auf dem Rad so verbringt.

Kann man ein so hartes Rennen überhaupt genießen?
Vielleicht nachdem es vorbei ist (lacht). Manchmal glaubst du, dass du es gerade genießt, aber zwei Minuten später sieht das meist ganz anders aus.

Wenn du ganz am Ende des Feldes bist, wie schwer ist es bei einem Klassiker wieder ganz nach vorne zu kommen?
Es kommt ganz aufs Timing an. Wenn es ein geplanter Boxenstopp ist und die Dinge nicht so schlecht stehen, lässt du dich einfach treiben und erarbeitest dir deinen Weg an die Spitze. Aber wenn du in einen Sturz verwickelt bist und die da vorne gerade richtig Tempo machen, dann stehst du vor einer schweren Entscheidung. Du versuchst alles, um an wieder an die Spitze heranzukommen und bringst dich dabei um. Denn, wenn sie am Ende wieder aufs Tempo drücken, bist du weg. Oder du machst das Pokerspiel mit, sparst Energie und hoffst darauf, dass die da vorne auch irgendwann einmal wieder langsamer werden. Manchmal ist das die bessere Entscheidung. Außer es gibt wieder einen Crash und dann ist das Rennen für dich sowieso vorbei.

Muss man bei einem Klassiker wenn es zum Massensprint kommt, rücksichtslos sein?
Ja, muss man. Man sollte nicht, aber manchmal hat man eben keine Wahl. Speziell, wenn du um dich schaust und jeder kennt dich und du kennst jeden. Es gibt immer ein paar Fahrer, die rücksichtsloser sind als du selbst. Das wichtigste ist, nicht völlig vertrottelt zu sein und jemanden absichtlich zu Sturz zu bringen.

Wenn so viel los ist, ist es da nicht schwierig, Essen und Trinken zu sich zu nehmen?
Auf jeden Fall. Manchmal vergisst man darauf. Manchmal geht es die ganze Zeit im Vollgas dahin. Da musst du nicht einmal auf Essen und Trinken vergessen, du hast schlicht keine Zeit dafür. Vielleicht trinkt man zu wenig, weil es zu kalt ist und dann kommen 40 Kilometer vor Schluss die Krämpfe. Dann fährst du um die Ecke und kannst nicht mehr und weißt plötzlich: Großer Fehler! Aber das ist alles Teil des Lernprozesses bei den Klassikern. Du kannst dich eben auch wochenlang davor mit einem Ernährungsplan mit vielen Kohlehydraten, also einem ordentlichen Carbo-Load, vorbereiten. Dann fühlst du dich vielleicht am Anfang ein bisschen voll, aber am Ende kann es dir helfen.

Es heißt oft, dass es gar nicht die Steigungen und die Kopfsteinpflaster-Sektoren die härtesten Abschnitte sind, sondern die Straßen dorthin. Stimmt das?
Die Abschnitte davor sind immer hart. Und dann im Finale geht überhaupt die Post ab. Die ersten zehn Steigungen in Flandern sind einfach ein verrückter Kampf. Im Fernsehen sieht es vielleicht nicht so aus, und viele denken, dass das Tempo easy ist. Das kommt meistens daher, dass wir die Flachpassage davor mit Hochdruck gefahren sind. Wenn du einmal im Anstieg bist, kannst du nicht mehr volle Power geben, weil du ja versuchen musst, mit deinen Kräften hauszuhalten. Der Unterschied ist, wenn du an der Spitze bist, bleibst du auch dort. Du musst dort nicht mehr um die Position kämpfen, sondern es geht nur darum, Kraft für den nächsten Anstieg zu sparen.

Paris-Roubaix, wie ist das wirklich wenn man bei diesem Rennen zum berüchtigten Arenberg kommt?
Der Arenberg ist immer etwas Besonderes. Wenn du ganz vorne im Pulk am Hinterrad eines Kollegen klebst, hast du Angst, dass der auf den ersten Pflastersteinen ausrutscht und du mit ihm vom Rad musst. Da gibt es nichts, was du dagegen tun kannst, so schnell kann dort niemand reagieren. Aber ich hab den Arenberg auch schon von ganz hinten im Feld erlebt, vor den Team-Autos, nachdem ich eine Reifenpanne hatte. Ich kam dort nicht mehr an die Spitze heran. Aber es ist einfach beeindruckend, dort drüberzufahren. Selbst wenn du ganz alleine bist.

Wenn du dich an deine ersten Starts bei diesen Rennen erinnerst, warst du nervös?
Ich war nervös, ganz bestimmt. Man hat einfach großen Respekt vor diesen Klassikern. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was tatsächlich in mir vorgegangen ist. Aber ich weiß noch, dass ich mit Frederic Guesdon und den Jungs von FDJ gefahren bin. Ich hab einfach versucht, bei ihm zu bleiben. Manchmal war ich dort, um ihn zu unterstützen, aber meistens war ich einfach dabei, um etwas zu lernen.

Wenn du an Roubaix denkst, was sind die perfekten Bedingungen für ein Rennen?
Gutes Wetter. Und warm soll es auch sein. Da nehme ich gerne den Staub in Kauf.

Wie fühlt man sich nach Paris-Roubaix? Einem solchen Rennen muss man doch irgendeinen Tribut zollen, zum Beispiel Blasen an den Händen?
Blasen bekommt man in der Regel nur mit schlechten Handschuhen. Am Tag nach Roubaix fühlt man sich meistens ganz gut. Aber Tag 2 fühlt sich für den Körper so an, als wäre man schwer gestürzt, selbst wenn man es nicht ist. Aber am Ende ist es für uns einfach das letzte Klassik-Rennen der Saison und jeder weiß, dass man jetzt eine ordentliche Pause vor sich hat.

Unter Rad-Profis haben das Beenden des Rennens und eine Platzierung bei Paris-Roubaix offensichtlich einen besonderen Stellenwert. Fast so wie bei einer großen Rundfahrt.
Es ist so ein hartes Rennen, das sagen zumindest wir, die wir es nie gewonnen haben (lacht). Servais Knaven ist der einzige von uns, der sagen kann: Ich hab das Ding gewonnen, bin es 17 Mal gefahren und habe es 17 Mal beendet. Ich bin 12 Mal gefahren und bin 12 Mal im Ziel angekommen. Wenn ich es einmal gewinnen könnte, wäre das genug.

Die nächsten Rennen für Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel: 5.4. Flandernrundfahrt (BEL), 8.4. Scheldeprijs (BEL), 12.4. Paris-Roubaix (FRA)

Mehr Infos unter www.teamsky.com

Premiere als Papa bei Mailand-San Remo

Papa mit Bart. Bernhard Eisel kehrt nach seinen letzten Renneinsätzen in Belgien, wie hier im Bild in der Omloop-Spitzengruppe, beim Rad-Monument Mailand-San Remo in Italien auf die Tour zurück.

Papa mit Bart. Bernhard Eisel kehrt nach seinen letzten Renneinsätzen in Belgien, wie hier im Bild in der Omloop-Spitzengruppe, am Sonntag beim Rad-Monument Mailand-San Remo in Italien auf die Profi-Tour zurück.

Bernhard Eisel ist seit 7. März Vater einer Tochter namens Freja Eleonor. 15 Tage später feiert der Team Sky-Road Captain am Sonntag, 22. März, sein Renn-Comeback bei Mailand-San Remo, dem ersten Rad-Monument des Jahres nach Italien. Der 13. Start des 34-jährigen Rad-Profis ist gleichzeitig die Rennpremiere als Papa.

„Freja ist ein sehr entspanntes Mädchen, da haben Tanja und ich großes Glück. Wir haben relativ ruhige Nächte und überhaupt eine sehr schöne Zeit miteinander“, beschreibt Bernhard Eisel seine ersten Tage als Papa.

„Meine Tochter macht mich schneller“
Seit dem Klassiker Kuurne-Brüssel-Kuurne am 1. März ist der Wahl-Klagenfurter kein Rennen mehr gefahren. „Dafür habe ich trotz Geburt und Hausumbau sehr intensiv trainieren können. Meine Werte sind derzeit so gut, dass mein Start bei Mailand-San Remo bei meiner Teamleitung nie zur Debatte gestanden ist. Darüber bin ich echt happy. Ich denke, meine Tochter macht mich sogar noch schneller.“

Neben Bernhard Eisel starten für Team Sky Andrew Fenn, Lars Petter Nordhaug, Salvatore Puccio, Luke Rowe, Ian Stannard, Ben Swift und Geraint Thomas. Für den Vorjahres-Dritten Swift wird gefahren: „Eine bessere Mannschaft kann Ben sich nicht wünschen. Derzeit sind alle richtig gut drauf.“ Samstagfrüh fliegt Eisel nach Mailand, wo er sein Team zum Abschlusstraining trifft.

Die nächsten Rennen für Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel: 22.3. Mailand-San Remo (ITA), 27.3. E3 Harelbeke (BEL), 29.3. Gent-Wevelgem (BEL)

Mehr Infos zu Mailand-San Remo unter teamsky.com

Vorfreude auf Rad-Klassiker und Baby-Premiere

Bernhard Eisel war zuletzt in der Wüste in Dubai für Team Sky im Einsatz.

Bernhard Eisel war zuletzt in der Wüste in Dubai für Team Sky im Einsatz.

Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel (34) fliegt am Freitag nach Belgien. Die Kopfstein-Klassiker beginnen am Samstag beim Omloop bei dem Team Sky als Titelverteidiger ins Rennen geht.

„Ich bin froh, dass ich nach wochenlangem Training endlich wieder ein Rennen fahren kann“, sagt Bernhard Eisel der zuletzt nach der Dubai-Tour Anfang Februar schnell in seine Wahl-Heimat nach Klagenfurt zu seiner hochschwangeren Frau Tanja geeilt war. „Fehl-Alarm. Unsere Tochter lässt sich noch Zeit. Falls es doch losgehen sollte, bin ich von Belgien relativ schnell daheim.“

Die Baby-Premiere bestimmte in den letzten drei Wochen den Alltag des Radprofis. „Mit dem Rad habe ich mich nie weiter als eineinhalb Stunden weg von Klagenfurt getraut. Für meine Frau ist das Warten echt hart. Aber die letzten Untersuchungen waren alle in Ordnung und Tanja hat gemeint, dass sie ein paar Tage ohne mich schon schafft.“

Was erwartet Eisel, dessen Teamkollege Ian Stannard sich im Vorjahr den Sieg beim Omloop hart erkämpfte: „Viel Hektik im Feld, es wird richtig schwer und die Wettervorhersage ist auch nicht die beste. Meine Form ist dafür gut, ich freu mich auf Bradley Wiggins und die anderen Jungs. Ich hoffe, dass möglichst alle auf dem Rad bleiben, dann ist auch bei Kuurne-Brüssel-Kuurne alles möglich.“

Die nächsten Rennen für Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel: 28.2. Omloop Het Nieuwsblad (BEL), 1.3. Kuurne – Brussel – Kuurne (BEL)

Mehr Infos unter teamsky.com

Auftakt zur 15. Profi-Saison auf Mallorca

Bernhard Eisel beim Team Sky-Trainingslager auf Mallorca.

Bernhard Eisel beim Team Sky-Trainingslager auf Mallorca.

24 Siege, 846 Rennen, 147.000 Rennkilometer – Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel (33) in Zahlen vor dem Start auf Mallorca in seine 15. Saison als Radprofi. Ein besonderes Jahr für den zehnfachen Tour de France-Finisher, dessen Frau Tanja Ende Februar ihr erstes Kind erwartet.

„Meine Form ist richtig gut, ich habe im letzten Trainingsmonat einen großen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Bernhard Eisel vor seinem ersten Renneinsatz mit dem Team Sky bei der Mallorca Challenge 2015. Der Wahl-Klagenfurter wird an drei der vier Eintagesrennen teilnehmen.

„Das Training mit den Jungs auf Mallorca hat zwar Spaß gemacht. Und auch die Arbeit daheim am Turbo-Trainer war sehr effektiv und dank der vielen guten Sky-Serien auch aushaltbar. Aber ich bin Rennfahrer und deshalb extrem froh, dass es endlich losgeht“, lächelt Bernhard Eisel, der sich dank „Sky go“ vor allem mit den Serien „True Detective“ und „The Knick“ abgelenkt hat.

„Die Mallorca Challenge dient unserem Sprinter-Team vor allem der Abstimmung. Für mich geht es darum mich wieder in meine Rolle als Helfer und Road Captain hineinzufinden. Wir wollen gut loslegen und Rennen gewinnen.“ Nach den Tagesrennen geht es für Eisel in die Vereinigten Arabischen Emirate zur Dubai Tour und im Anschluss zur Rundfahrt nach Katar.

Die nächsten Rennen für Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel: 29.1. Trofeo Santanyí (ESP); 31.1. Trofeo Andratx (ESP), 1.2. Trofeo Palma (ESP); 4.-7.2. Dubai Tour (VAE), 8.-13.2. Tour of Qatar

Der Team Sky-Rennkalender unter www.teamsky.com

Bernhard Eisel auf Olympia-Tour in China

2014_ToBeijing_Sky_Lineup

Team Sky Lineup für die Tour of Beijing 2014.

Nach 87 Renntagen und 35.000 Rennkilometern biegt Team Sky-Profi Bernhard Eisel ab Freitag bei der Tour of Beijing in die Zielgerade seiner 14. Profi-Saison. 5 Etappen, Start in Zhangjiakou in der chinesischen Provinz Hebei (hier könnten die olympischen Skibewerbe 2022 stattfinden), insgesamt 764,5 Kilometer, eine Bergankunft, Ziel im Olympiastadion „Birds Nest“ von Peking.

„Wir sind etwa 3 Autostunden nördlich von Peking in der Provinz Hebei. Eine Satellitenstadt in den Bergen mit guter Luft und ganz ohne Smog. Wenn Peking den Zuschlag bekommt, sollen hier die Skibewerbe bei den Winterspielen ausgetragen werden. Wie’s aussieht, könnten die hier gleich morgen loslegen“, berichtet Bernhard Eisel vom Start der vierten und letzten Auflage des WorldTour-Finales bei der Tour of Beijing.

„Ich bin zum zweiten Mal hier und im Verhältnis zu den letzten Jahren ist es heuer ziemlich schwer. Wir fahren 2 Etappen hier oben und dann immer weiter in den Süden. Die Strecke verläuft an der Chinesischen Mauer entlang und durch sie hindurch. Etappe 4 mit der Bergankunft in Miofeng ist praktisch identisch mit der Streckenführung aus dem Vorjahr. Am Dienstag wird die Schlussetappe in Peking am Platz des himmlischen Friedens gestartet. Zwölf Mal geht’s über einen Rundkurs um das Olympia-Gelände mit Ziel im Olympiastadion.“

Bernhard Eisel führt das 8-köpfige Team Sky-Aufgebot mit Edvald Boasson Hagen, Ian Boswell, Dario Cataldo, Philip Deignan, David Lopez, Chris Sutton und Ben Swift wieder als Road Captain. „Wir haben mit Lopez und Deignan zwei Mann für die Gesamtwertung. Für die Sprints Swift, Sutton und natürlich Hagen.“

Tour of Beijing

Tour of Beijing-Bild aus 2013. Im Vorjahr führte Bernhard Eisel seinen Teamkollegen David Lopez zu Gesamt-Rang 3.


Infos und Updates
zur Tour of Beijing 2014 unter teamsky.com

Infos und Updates zum Saisonabschluss beim Japan Cup hier

Bernhard Eisel supported by Jaguar Austria

Auf Jaguar-Technologie ist Verlass. Bernhard Eisel fährt seit der Tour de France mit dem neuen Pinarello Dogma F8, in dem jede Menge High-Tech von Jaguar steckt. Ab sofort hat der 33-jährige Road Captain von Team Sky auch Jaguar-Technologie um sein Rad herum. Und das nicht nur in Form der Begleitautos während eines Rennens. „Jaguar Austria unterstützt mich als Mobilitäts-Partner. Der Jaguar XF Sportbrake spielt alle Stückeln und das Wichtigste: ich bekomm mein Trainingsrad locker in den Kofferraum und mit dem Aufbau auf der Anhängekupplung kann ich noch zwei Räder transportieren.“

Mehr Infos zum Jaguar XF Sportbrake unter www.jaguar.at

Bernie_Einzelzeitfahren_Etappe20

Zeitfahren, Tour de France 2014. © Team Sky

Bernhard-Eisel-4_620px

Bernhard Eisel mit seinem Pinarello Dogma F8, das er ab sofort am oder im Jaguar XF Sportbrake 3,0 Diesel R-Sport transportiert. © Jaguar Austria | Christian S. Poschner

Bernhard-Eisel-2_620px

© Jaguar Austria | Christian S. Poschner

Bernhard Eisel-1

© Jaguar Austria | Christian S. Poschner

JS_Making_of

Fotograf Christian Siegfried Poschner, Licht-Assistentin Tanja Eisel und Bernhard Eisel beim Jaguar Foto-Shooting in Salzburg. © Sky Österreich | Daniel Winkler

Page 1 of 812345»...Last »