Bernhard Eisel startet beim Giro d’Italia (5. bis 27. Mai) als Road Captain für das Team Sky Pro Cycling. „Eine besondere Herausforderung für mich, dieses starke, extrem junge Team bei dieser Rundfahrt zu führen. Es ist trotz meiner Routine erst mein zweiter Giro.“ Bevor es zum Prolog nach Dänemark geht, ist Eisel bei Samstag LIVE! (ab 19 Uhr) im Sky-Studio München bei Jessica Kastrop und Oliver Pocher zu Gast.
„Mein Ziel ist immer ein Etappensieg“, sagt der 31-jährige Rad-Profi Bernhard Eisel. „Meine Aufgabe als Road Captain ist das junge Team zu führen, bei einem hektischen Rundfahr-Klassiker wie dem Giro Ruhe auszustrahlen. Genau dafür hat mich Team Sky geholt.“ Die Chancen des britischen Radstalls? Eisel: „Extrem gut. Vor allem bei Massenankünften. Am Sky-Zug kommt keiner vorbei!“ Die Zuversicht des Steirers beruht auf Fakten: Drei britische Sky-Teamkollegen gewannen bei der Bahnrad-WM in Melbourne Gold. Dabei sprinteten Peter Kennaugh, Geraint Thomas und Co. unter anderem über 4.000 Meter zur drittschnellsten je gefahrenen Zeit.
Wochenende in München, Spaß mit Pocher
Bevor es zur 95. Auflage des Giro über 21 Etappen, 5 Bergankünfte, einem Team- und 2 Einzelzeitfahren bei nur 2 Ruhetagen innerhalb von drei Wochen geht, steht noch ein relaxtes Wochenende am Programm. Eisel: „Ich gehe ganz frisch in den Giro, freu mich auf zwei trainingsfreie Tage in München.“ Dort wird der Sky-Profi, der mit seinem Team eine starke WorldTour-Tagesklassiker-Serie hingelegt und in Harelbeke (Belgien) im Zielsprint Rang 3 geholt hatte, live im Sky-Studio vorbeischauen. Eisel ist mit seinem deutschen Sky-Kollegen Christian Knees zu Gast bei Samstag LIVE! (ab 19 Uhr) mit Jessica Kastrop und Oliver Pocher.
De ronde van Vlaanderen 2012 – 256,9 Kilometer lang, 16 Hellingen (Anstiege) über rumpelige Kasseien (Kopfsteinpflaster), 750.000 Menschen an der Strecke. Mitten drin Bernhard Eisel mit seinem Team Sky Pro Cycling. Zum zehnten Mal startet er am Sonntag bei diesem Tagesklassiker, der zu den 5 Monumenten des Radsports zählt: „Für uns ist die Ronde die Hölle, für die Radsportfans ein riesiges Fest. Ich freu mich, wieder dabei zu sein.“
„Böse Zungen behaupten, dass bei schönem Wetter 750.000 und bei Schlechtwetter eine Million Leute kommen werden – weil’s mehr Stürze gibt“, grinst Bernhard Eisel, der letzte Woche beim World Tour Tagesklassiker E3 Prijs Vlaanderen mit Platz 3 in die belgischen Wochen gestartet war.
Die neue Streckenführung bei der 96. Auflage der Flandernrundfahrt hat es in sich. Um das radsportbegeisterte Publikum noch näher an die Fahrer zu bringen, wird der Streckenabschnitt Oude Kwaremont (2,2 Kilometer-Anstieg mit 4,2 Prozent Steigung) und Paterberg (350 m Anstieg mit 12,5 Prozent) – zwei, der berühm ten Hellingen – dreimal hintereinander gefahren. Eisel: „Wir haben diese Schlüsselstelle ganz genau besichtigt, uns jede Verkehrsinsel, jedes Loch notiert. Am Kwaremont und am Paterberg ist es besonders eng, das Kopfsteinplaster extrem löchrig, es wird unglaublich hart!“ Vlaanderens mooiste (Das Schönste von Flandern) endet heuer zum ersten Mal in Oudenaarde, dort, wo Belgiens Radmuseum steht.
Kapitän Eisel führt das Sky-Team
Der achtfache Tourteilnehmer Bernhard Eisel geht mit klaren Zielen als Sky-Kapitän in die Flandernrundfahrt: „Meine Aufgabe ist es, mein Team zu führen und mich um Edvald Boasson Hagen zu kümmern. Seine Form stimmt, das hat er bei Gent-Wevelgem mit Platz 5 bewiesen. Juan Antonio Flecha kommt aus einer Verletzungspause nach einem Handknochenbruch. Er ist sozusagen unser Joker, mal sehen, wie es ihm geht. Die großen Favoriten sind natürlich Boonen und Cancellara, die gilt es zu schlagen.“ Nach der Ronde stehen für den Sky-Profi noch der Scheldeprijs (4. April) und der Klassiker Paris-Roubaix (8. April) am Programm.
Bernhard Eisel vom Team Sky Pro Cycling löst gleich zu Beginn der belgischen Klassiker-Serie sein Olympiaticket. Beim extrem harten, zur Pro Tour zählenden Tagesklassiker E3 Prijs Vlaanderen über 203 Kilometer holt der Steirer Platz 3.
„Ich kann es kaum glauben, Dritter hinter Boonen und Freire, dabei habe ich mich wirklich nicht berauschend gefühlt. Danke an meine Sky-Teamkollegen!“, jubelte Bernhard Eisel nach seinem ersten Podestplatz für Sky. Dabei waren die Vorzeichen vor dem Rennen alles andere als perfekt. Sky trat aus verletzungsbedingten Gründen mit einem Rumpfteam an, statt 8 nur 6 Leute am Start. Nach der ersten Verpflegungsstelle waren es dann nur noch 5. Eisel: „Es war eines der härtesten Tagesrennen, das ich je erlebt habe. Es ging ganz schön rund mit Stürzen und reihenweisen Defekten. 40 Kilometer vor dem Ziel hat mir Teamkollege Edvold Boasson Hagen, für den wir nur noch zu viert gearbeitet hatten, zugerufen, dass er sich nicht wohl fühle. Also war ich an der Reihe. 600 Meter vor der Ziellinie hatte ich irre Krämpfe. Umso schöner, dass es sich doch ausgegangen ist.“
Hohe Belastung, volles Programm
Am Samstag ist Zeit für Regeneration: „Unser Physio hat mit mir einiges zu tun. Mein Knie zwickt seit einiger Zeit“, sagt der Wahl-Klagenfurter, der zuletzt zweimal im sportmedizinischen Zentrum Altis beim Osteopathen Jürgen Rainer in Behandlung war. Eisel: „Die Belastung der letzten Wochen war enorm hoch, gut, dass ich letzte Woche pausieren konnte und sich das Altis-Team um mich gekümmert hat.“
Am Sonntag geht es für Bernhard Eisel nun zum Klassiker Gent-Wevelgem. „Daran habe ich die besten Erinnerungen. Vor 2 Jahren habe ich dort gewonnen.“ Nächste Woche steht für den Sky-Profi die Flandernrundfahrt (1. April) am Programm, danach folgt der Scheldeprijs (4. April) und schließlich der Klassiker Paris-Roubaix (8. April).




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Bernhard Eisel rollte vom 5. bis 10. Februar bei der Katar-Rundfahrt in die neue Saison und konnte seine Stärke bereits im Auftaktrennen demonstrieren. Das konsequente Wintertraining und seine Erfahrung nutzte der bald 31-jährige Profi bei der Rundfahrt um konstant vorne mitzufahren. Platz 5 im Gesamtklassement hatte er bis zur letzten Etappe verteidigt und nur durch wie Eisel sagt: „einen Fehler aus dem man lernt“ aus der Hand gegeben.
Zum sechsten Mal am Start, war er auf die besonderen Bedingungen auf der arabischen Halbinsel bestens eingestellt. Die größte Herausforderung für die Radprofis ist dort der Schamal, der Wüstenwind welcher auf den schnurgeraden und ewig flachen Etappen den Rennverlauf bis zum letzten Kilometer spannend hält. Bernie verrät sein Erfolgsgeheimnis für Katar: „Du musst dich im Peloton nach vorne kämpfen, stets aufmerksam sein, sonst gehst du bei der ersten Windkantensituation fliegen.“
In neuem Trikot, aber mit gleichbleibender Aufgabe bei Sky Pro Cycling, hat er zwei Sprintetappensiege für Mark Cavendish perfekt mitvorbereitet. Der aktuelle Weltmeister, der gemeinsam mit Eisel gewechselt hatte, twittert nach seinem ersten Sieg für das neue Team: „Es ist schön bei der ersten Sprintetappe anzutreten und gleich zu gewinnen, das gibt Selbstvertrauen. Toll Bernie Eisel wieder als Anfahrer zu sehen.“
Eisel verhalf nicht nur dem Briten zu Topergebnissen bei der Rundfahrt, sondern war selber bis zur vorletzten Etappe auf Rang 5 im Gesamtklassement. Bernie hatte die Platzierung am letzten Tag schon so gut wie nach Hause gefahren, als Mark 150 Meter vor dem Ziel zu Boden ging, er besorgt anhielt und seinen Vorsprung dadurch vergab. Das Reglement für das Gesamtklassement besagt, dass bei Sturz und Defekt innerhalb der letzten 3 Kilometer der betroffene Fahrer die Zeit des Siegers bekommt. Somit kam Mark Cavendish ohne zusätzliche Sekunden ins Ziel, für Bernie lief die Zeit aber weiter. Das trübt dennoch nicht die Freude an der erfolgreichen Bilanz für die Mannschaft: zwei Etappensiege und Platz 3 für Juan Antonio Flecha in der Gesamtwertung. Von Katar geht es für Bernie direkt weiter zur Oman Rundfahrt (14. bis 19. Februar 2012).
Die Entscheidung, für welches Team der steirische Radprofi Bernhard Eisel 2012 fahren wird, ist gefallen!
Der 30-jährige hat zusammen mit Mark Cavendish, Radweltmeister 2011, einen Zweijahres-Kontrakt beim britischen Radsportteam Sky Procycling unterzeichnet. Damit wird das Erfolgsduo der letzten Jahre auch weiterhin gemeinsam Rennen bestreiten.
Team Sky wurde 2009 gegründet, bestreitet erst seit dem Jahr 2010 Straßenrennen.
Hauptsponsor des Teams ist British Sky Broadcasting.Erklärtes Teamziel ist, innerhalb von fünf Jahren den ersten britischen Tour de France-Sieger hervorzubringen. Fahrer wie Bradley Wiggins, Juan Antonio Flecha, Edvald Boasson Hagen oder Michael Rogers fahren für Sky.
Eisel: “Ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung! Ich hatte eine großartige Zeit bei HTC-Highroad, doch als ich von der Schließung erfuhr, musste ich mich um andere Möglichkeiten umsehen. Das Sky-Team war dabei immer einer meiner Favoriten. Die tollen teaminternen Strukturen und die professionelle Arbeitsweise waren für mich ausschlaggebend. Fakt ist zudem, dass ich weiterhin mit Cav (Anm. Mark Cavendish) fahren wollte. Wir funktionieren als Duo perfekt und freuen uns deshalb auf weitere gemeinsame Jahre. Meine Aufgaben bei Sky werden grundsätzlich unverändert bleiben. Natürlich wird der Fokus vor allem auf Cav liegen, ihn zu beschützen, ihn in die Sprints zu führen. Meine persönlichen Ambitionen liegen dann bei den Frühjahresklassikern”.
Auch Sky-Teamchef Dave Brailsford freut sich über die Verpflichtung: “Bernhard ist einer der respektiertesten und hart arbeitensten Männer im Peloton und exakt der Menschentyp den wir in unserem Team haben wollten. Er verfügt über sehr viel Routine und hat einen coolen, überlegten Kopf. Vor allem unsere jungen Fahrer können sehr viel von ihm lernen. Bernhard ist als perfekter, ehrlicher Teamplayer bekannt, aber auch in der Lage selbst Rennen für sich zu entscheiden. Der optimale Mann also für unseren Rennstall.”
“I’m really happy. I’ve had a great time with HTC-Highroad but at soon as I heard the team was folding I knew I would have to explore other possibilities and Team Sky were right at the top of my list. The biggest thing that attracted me to them was the structure they have in place and everything that happens behind the scenes. Everything is catered for the riders and I think that’s the perfect way to run a professional cycling team. The fact that I wanted to stay with Cav was also a major factor and we’re both happy that we will now have more years ahead of us. “My main job will be keeping him protected leading into the sprints, but the spring Classics are also very important to me and I’ll be looking to ride well in them. If I can secure a ride in the Tour de France that will be great as well. I have ridden the last eight Tours and finished them all, and next year is my 12thseason as a professional so I’d like to think I have the experience to be able to contribute to the team”, Bernhard said.
Team Sky Principal, Dave Brailsford: “Bernhard is one of the most hard-working and respected riders in the peloton and is exactly the type of guy we have been looking to bring to the team. He’s a natural leader with a cool, calm head – in the same mould of Juan Antonio Flecha and Mathew Hayman – and will also be able to take charge of things on the road. “The younger guys will be able to learn a lot from him and we expect him to adopt a senior role within the squad. He’s the consummate team player but is also capable of winning races himself and his versatility will be a massive boost to the team.”
Gemeinsam mit den beiden Tirolern Thomas Rohregger und Stefan Denifl bildet Bernhard Eisel am Sonntag das rot-weiß-rote Aufgebot im Eliterennen der Herren.
Der diesjährige Weltmeister im Straßenrennen wird im dänischen Rudersdal ermittelt. Zu absolvieren ist ein 14 Kilometer langer Rundkurs der insgesamt 17-mal gefahren wird. Davor führen 28 Kilometer von Kopenhagen nach Rudersdal. Die Streckenlänge beträgt insgesamt 266 Kilometer.
Vom Profil her gilt die Strecke als unscheinbar. Der Höhenunterschied zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt beträgt gerade einmal 32 Meter. Allerdings steigen die letzten 500 Meter vor der Ziellinie an. Ein klassisches Terrain für Sprinter.
„Ein Top Ten-Platz ist unser erklärtes Ziel“, gibt sich Eisel kämpferisch. Der Wahlkärntner gilt zwar aufgrund seiner Routine als Kapitän, dennoch pocht er aber nicht auf eine Vormachtstellung. „Es wird für den gefahren, der in bester Verfassung und Position ist.“
Im Vergleich zu den Top-Nationen wie Australien, Titelverteidiger Norwegen, Deutschland, Italien oder Spanien, die neun Mann auf den Stadtkurs in Kopenhagen schicken, müssen sich drei mit der Außenseiterrolle begnügen, welche aber durchaus Chancen bietet. Eisel: „Wir müssen zum Rennverlauf nichts beitragen und können kräftesparend im Hintergrund fahren. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Nationen, die mehrere Favoriten in ihren Reihen haben, sich selbst eliminieren.“
Ein kleines Fragezeichen stand noch hinter dem Antritt von Stefan Denifl, der am Sonntag beim Grand Prix d’Isbergues in Frankreich schwer zu Sturz kam. Neben Prellungen und Abschürfungen musste der 24-Jährige am Ellbogen genäht werden. „Ich möchte aber unbedingt dass Stefan mitfährt. Erstens mangelt es uns an Alternativen, Zweitens war er zuletzt in einer großartigen Form“, stellt Eisel klar.
Der Kampf um das Regenbogentrikot beginnt am Sonntag um 10 Uhr. Seine beste WM-Platzierung eroberte Bernhard im Jahr 2006 bei der Heim-WM in Salzburg. Damals klassierte er sich als 11.
Neuen Vertrag in der Tasche
Bezüglich seines neuen Teams HTC-Highroad gab ja mit Ende der Saison seinen Rückzug vom Radsport bekannt – hält sich Eisel noch relativ bedeckt, bekennt aber: „Ich habe bereits einen Kontrakt unterzeichnet, so viel darf ich verraten, allerdings noch nicht bei wem. Ich bitte um Verständnis, das ist eine reine Teambestimmung. Es sollte aber nicht mehr allzu lange dauern bis ich grünes Licht für die Bekanntgabe erhalte.
Die 98. Tour de France ging am Sonntag in Paris zu Ende. Der einzige Österreicher am Start, HTC-Kapitän Bernhard Eisel (30), hatte beim großen Finale auf dem Champs Élyssés allen Grund zu Feiern.
23 Tage und 3.430,5 Kilometer später – es ist geschafft. Am 2. Juli erfolgte der Start an der Vendée am Atlantik, von 198 gestarteten Profis haben sich 167 durchgekämpft. 32 Rennfahrer schieden nach Sturz, Krankheit und nach Kontrollschluss vorzeitig aus.
Heuer war Eisel erstmals offiziell Tour-Teamkapitän seines Rennstalls HTC-Highroad, eine Rolle, die er den Ergebnissen nach, mit Bravour gemeistert hat. HTC ist mit sechs Tageserfolgen das mit Abstand erfolgreichste Team gezählt an Etappensiegen. Fünf konnte Supersprinter Mark Cavendish verbuchen, der auch auf der Schlussetappe auf dem Champs Élyssés erfolgreich war. Für den Sechsten sorgte Tony Martin (GER) im Einzelzeitfahren am Samstag. Cavendish holte damit auch das Grüne Trikot des Punktbesten – welches der Brite erstmals in seiner Karriere gewinnen konnte – in die Reihen des US-Teams. 2009 und 2010 war er knapp daran gescheitert.
Die Freude ist teamintern natürlich grenzenlos: „Es war ein hartes Stück Arbeit dieses Trikot bis nach Paris zu bringen, aber wir haben es schlussendlich mit zusammengebissenen Zähnen und schweißtreibender Arbeit geschafft. Jetzt bin ich einfach nur überglücklich“, zeigt sich Bernie erleichtert.
Bei 20 Tour-Etappenerfolgen hält „Cav“ mittlerweile, bei jedem Einzelnen war Bernhard Eisel an seiner Seite. „Wir sind wohl ein Duo, das ganz gut funktioniert“, grinst Eisel.
Im Gesamtklassement belegt Eisel den 161. Rang mit einer Fahrzeit von 89:52,18 Stunden. Der Zeitrückstand auf Tour-Sieger Cadel Evans beträgt 3:39,56. Doch das spielt alles keine Rolle. Der Wahlkärntner hat, wie schon in den Jahren davor, seine eigenen Interessen denen der Mannschaft untergeordnet. „Das ist kein Problem für mich, dass ist mein Job. Radsport ist ein Mannschaftssport – wir gewinnen oder verlieren zusammen. Dieses Jahr haben wir sehr viel erreicht und das ist für mich persönlich wie ein Sieg.“
Nach den Strapazen der letzten Wochen wird jetzt erst einmal gefeiert und so etwas wie Normalität genossen. „Meine drei Geschwister sind mit ihren Familien nach Paris gekommen um mich zu empfangen. Und am Abend werden wir sicherlich mit dem ganzen Team noch ordentlich Gas geben.“
Die erste Woche der 98. Frankreich-Rundfahrt ist geschafft. Österreichs einziger Vertreter beim bedeutendsten Radrennen der Welt, Bernhard Eisel vom HTC-Highroad-Team, blickt auf einen ereignisreichen Auftakt zurück.
Auf der 2. Etappe, beim Mannschaftszeitfahren, kam der 30-jährige zu Sturz und brachte damit seine Mannschaft wohl um die große Chance das gelbe Trikot in ihre Reihen zu holen. “Aber bis auf diesen blöden Patzer kann ich mir bislang nichts vorwerfen”, ist Eisel am ersten Ruhetag zufrieden. “Im Gesamtklassement haben wir mit Tony Martin (6.) und Peter Velits (7.) zwei Fahrer in aussichtsreicher Position. Und mit Mark Cavendish einen zweifachen Etappensieger. Alles in allem sind wir voll im Plan, die Stimmung im Team ist jedenfalls weltklasse.”
Kopfweh bereiten dem HTC-Kapitän aber Vorfälle, die Gesundheit und Leben der Fahrer aufs Spiel setzen. “Unfälle mit Begleitmotorrädern oder TV-Teams, wie sie auf den letzten Etappen an der Tagesordnung standen, sind vermeidbar. Das muss die Tourorganisation rasch in den Griff bekommen. Ein Sturz in einer Abfahrt kann passieren, aber wenn Kamikaze-Lenker auf Motorrädern oder in Autos, die Rennsituationen nicht richtig einschätzen können, mit im Feld sind, wird’s brenzlig. Das sind Dinge die wir Fahrer nicht akzeptieren können oder wollen. Noch dazu ist die Beschilderung auf den Etappen, die auf Gefahrenstellen hinweisen soll, miserabel”, nimmt sich Eisel kein Blatt vor dem Mund.
Die Streckenführung und auch die Zieleinläufe sind heuer um einiges gefährlicher als in den Jahren zuvor. Daher kommt neben der sportlichen Belastung auch noch eine psychische hinzu. Du musst vom ersten bis zum letzten Kilometer stets zu 100 Prozent aufmerksam sein – das zehrt mit der Zeit ebenfalls an den Kräften.”
Nach dem Ruhetag am Montag, der vollkommen im Zeichen von Regeneration steht, geht’s am Dienstag mit der zweiten Tourwoche weiter. Nach zwei relativ flachen Etappen, auf denen die Sprinter noch einmal ihre Chance bekommen sollten, sind dann die Kletterer gefragt. Am Donnerstag erreicht das Peloton das Hochgebirge, dann geht es bis Samstag in den Pyrenäen richtig zur Sache.
“Meine Aufgabe in der nächsten Woche ist klar. Ich muss nur Cavendish und Renshaw gut und vor allem innerhalb der Karenzzeit über die ersten Bergetappen bringen”, so Eisel.
Bernhard Eisel bietet während der Tour einen besonderen Service für seine Fans an. Auf seiner Facebook-Fanseite “Bernhard Eisel” postet der Steirer nicht nur täglich neues Bildmaterial, sondern auch alle wichtigen News und Eindrücke nach den jeweiligen Etappen.
Am Sonntag gab der Radrennstall HTC Highroad sein Aufgebot für die am kommenden Samstag beginnende Tour de France 2011 bekannt. Mit dabei als einziger Österreicher ist Bernhard Eisel – erstmals als Kapitän beim wichtigsten und prestigeträchtigsten Radrennen der Welt.
Sieben Grande Boucle-Teilnahmen hat der 30-jährige bereits in den Beinen und bei jedem einzelnen Antritt auch die Zielankunft auf der Champs Elysee erlebt. Mit seiner achten Teilnahme zieht der Wahlkärntner in der Statistik nun mit dem bisherigen rot-weiß-roten Tour-Rekordhalter Georg Totschnig gleich. Wohl der Hauptgrund weshalb Teammanager Bob Stapleton und Rolf Aldag als sportlicher Leiter den Steirer zum Kapitän und Entscheidungsträger des US-Teams ernannt haben: „Berni ist unser erfahrenster Mann und daher unser Road-Captain. Kein anderer aus dem diesjährigen Kader ist die Tour so oft gefahren und so routiniert wie er“, begründet Aldag die Entscheidung. „Das ist natürlich eine große Ehre für mich und ich bin super happy. Doch selbst wenn ich jetzt noch relativ relaxt bin, diese Rolle wird bestimmt noch für eine ordentliche Portion Nervosität, aber auch für zusätzliche Motivation sorgen“, erklärte Eisel nach der Bekanntgabe.
Neben ihm stehen weiters noch Mark Cavendish (GBR), Tony Martin (GER), Matt Goss, Mark Renshaw (beide AUS), Peter Velits (SVK), Lars Bak (DAN), Danny Pate und Tejay van Garderen (beide USA) im neunköpfigen HTC-Aufgebot.
„Wir sind in dieser Formation eine richtig starke Mannschaft. Haben mit Tony Martin einen Mann für das Gesamtklassement und die Bergankünfte, mit dem 15-fachen Etappensieger Mark Cavendish und Matt Goss zwei brutal schnelle Männer für die Sprintankünfte“, analysiert der frischgebackene HTC-Teamleader, der bei der 98. Tour de France vor einer großen Herausforderung steht. „Wir wollen gleich zu Beginn unsere Stärke demonstrieren, Etappensiege und ein Top-Ten-Platz von Martin sind unsere Ziele. Speziell das Teamzeitfahren am zweiten Tag wird die erste Schlüsselsetappe sein und insbesondere für mich – als nicht wirklicher Zeitfahrspezialist – die mitunter größte Hürde. Denn bei der Tour lässt man sein Team niemals hängen, als Teamkapitän erst recht nicht.“
Die „große Schleife“ startet am Samstag von der Atlantik-Insel Ile de Noirmoutier mit einer Flachetappe statt des obligatorischen Prologs und führt über weitere 20 Teilstücke (inklusive zwei Ruhetage) zur Zielankunft (24. Juli) nach Paris. Die Gesamtdistanz beträgt bei der 98. Auflage 3430,5 Kilometer. Dabei ist die Streckenführung heuer insbesondere auf die Kletterspezialisten ausgelegt. Es stehen insgesamt vier Bergankünfte auf dem Programm, der Alpenpass Col de Galibier wird 2011 gleich zweimal in Angriff genommen.
Nationaler Titelentscheid der heimischen Straßen-Elite am Sonntag in/um Eisenstadt findet ohne den Steirer statt.
Am kommenden Sonntag gehen rund um Eisenstadt die Österreichischen Staatsmeisterschaften Strasse Elite in Szene – allerdings ohne den derzeit erfolgreichsten österreichischen Radprofi.
HTC-Profi Bernhard Eisel lässt in diesem Jahr erstmals den Kampf um das österreichische Meistertrikot aus. “Als Einzelstarter kann ich nicht viel ausrichten, als Profi noch viel weniger. Wenn die ganze Meute gegen einen fährt macht es keinen Sinn und ehrlich gesagt auch keinen Spaß. Es wäre eine Reise umsonst”, so die Begründung des 30-jährigen.
Ob Eisel am 2. Juli seine bereits achte Tour de France in Angriff nehmen wird, entscheidet sich wohl erst Anfang nächster Woche, nach den nationalen Meisterschaften. “Die Form passt, ich bin optimistisch nominiert zu werden.”
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