Eisel zeigt mit starker Form in Katar auf

 

Bernhard Eisel rollte vom 5. bis 10. Februar bei der Katar-Rundfahrt  in die neue Saison und konnte seine Stärke bereits im Auftaktrennen demonstrieren. Das konsequente Wintertraining und seine Erfahrung nutzte der bald 31-jährige Profi bei der Rundfahrt um konstant vorne mitzufahren. Platz 5 im Gesamtklassement hatte er bis zur letzten Etappe verteidigt und nur durch wie Eisel sagt: „einen Fehler aus dem man lernt“ aus der Hand gegeben.

Zum sechsten Mal am Start, war er auf die besonderen Bedingungen auf der arabischen Halbinsel bestens eingestellt. Die größte Herausforderung für die Radprofis ist dort der Schamal, der Wüstenwind welcher auf den schnurgeraden und ewig flachen Etappen den Rennverlauf bis zum letzten Kilometer spannend hält. Bernie verrät sein Erfolgsgeheimnis für Katar: „Du musst dich im Peloton nach vorne kämpfen, stets aufmerksam sein, sonst gehst du bei der ersten Windkantensituation fliegen.“

In neuem Trikot, aber mit gleichbleibender Aufgabe bei Sky Pro Cycling, hat er zwei Sprintetappensiege für Mark Cavendish perfekt mitvorbereitet. Der aktuelle Weltmeister, der gemeinsam mit Eisel gewechselt hatte, twittert nach seinem ersten Sieg für das neue Team: „Es ist schön bei der ersten Sprintetappe anzutreten und gleich zu gewinnen, das gibt Selbstvertrauen. Toll Bernie Eisel wieder als Anfahrer zu sehen.“

Eisel verhalf nicht nur dem Briten zu Topergebnissen bei der Rundfahrt, sondern war selber bis zur vorletzten Etappe auf Rang 5 im Gesamtklassement. Bernie hatte die Platzierung am letzten Tag schon so gut wie nach Hause gefahren, als Mark 150 Meter vor dem Ziel zu Boden ging, er besorgt anhielt und seinen Vorsprung dadurch vergab. Das Reglement für das Gesamtklassement besagt, dass bei Sturz und Defekt innerhalb der letzten 3 Kilometer der betroffene Fahrer die Zeit des Siegers bekommt. Somit kam Mark Cavendish ohne zusätzliche Sekunden ins Ziel, für Bernie lief die Zeit aber weiter. Das trübt dennoch nicht die Freude an der erfolgreichen Bilanz für die Mannschaft: zwei Etappensiege und Platz 3 für Juan Antonio Flecha in der Gesamtwertung. Von Katar geht es für Bernie direkt weiter zur Oman Rundfahrt (14. bis 19. Februar 2012).

Bernhard Eisel fährt 2012 für Team Sky

Bernhard Eisel fährt 2012 für Team Sky


Die Entscheidung, für welches Team der steirische Radprofi Bernhard Eisel 2012 fahren wird, ist gefallen!
Der 30-jährige hat zusammen mit Mark Cavendish, Radweltmeister 2011, einen Zweijahres-Kontrakt beim britischen Radsportteam Sky Procycling unterzeichnet. Damit wird das Erfolgsduo der letzten Jahre auch weiterhin gemeinsam Rennen bestreiten.

Team Sky wurde 2009 gegründet, bestreitet erst seit dem Jahr 2010 Straßenrennen.
Hauptsponsor des Teams ist British Sky Broadcasting.Erklärtes Teamziel ist, innerhalb von fünf Jahren den ersten britischen Tour de France-Sieger hervorzubringen. Fahrer wie Bradley Wiggins, Juan Antonio Flecha, Edvald Boasson Hagen oder Michael Rogers fahren für Sky.

Eisel: “Ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung! Ich hatte eine großartige Zeit bei HTC-Highroad, doch als ich von der Schließung erfuhr, musste ich mich um andere Möglichkeiten umsehen. Das Sky-Team war dabei immer einer meiner Favoriten. Die tollen teaminternen Strukturen und die professionelle Arbeitsweise waren für mich ausschlaggebend. Fakt ist zudem, dass ich  weiterhin mit Cav (Anm. Mark Cavendish) fahren wollte. Wir funktionieren als Duo perfekt und freuen uns deshalb auf weitere gemeinsame Jahre. Meine Aufgaben bei Sky werden grundsätzlich unverändert bleiben. Natürlich wird der Fokus vor allem auf Cav liegen, ihn zu beschützen, ihn in die Sprints zu führen. Meine persönlichen Ambitionen liegen dann bei den Frühjahresklassikern”.

Auch Sky-Teamchef Dave Brailsford freut sich über die Verpflichtung: “Bernhard ist einer der respektiertesten und hart arbeitensten Männer im Peloton und exakt der Menschentyp  den wir in unserem Team haben wollten. Er verfügt über sehr viel Routine und hat einen coolen, überlegten Kopf. Vor allem unsere jungen Fahrer können sehr viel von ihm lernen. Bernhard ist als perfekter, ehrlicher Teamplayer bekannt, aber auch in der Lage selbst Rennen für sich zu entscheiden. Der optimale Mann also für unseren Rennstall.”

 

Eisel joins Team Sky

“I’m really happy. I’ve had a great time with HTC-Highroad but at soon as I heard the team was folding I knew I would have to explore other possibilities and Team Sky were right at the top of my list. The biggest thing that attracted me to them was the structure they have in place and everything that happens behind the scenes. Everything is catered for the riders and I think that’s the perfect way to run a professional cycling team. The fact that I wanted to stay with Cav was also a major factor and we’re both happy that we will now have more years ahead of us.  “My main job will be keeping him protected leading into the sprints, but the spring Classics are also very important to me and I’ll be looking to ride well in them. If I can secure a ride in the Tour de France that will be great as well. I have ridden the last eight Tours and finished them all, and next year is my 12thseason as a professional so I’d like to think I have the experience to be able to contribute to the team”, Bernhard said.

Team Sky Principal, Dave Brailsford: “Bernhard is one of the most hard-working and respected riders in the peloton and is exactly the type of guy we have been looking to bring to the team. He’s a natural leader with a cool, calm head – in the same mould of Juan Antonio Flecha and Mathew Hayman – and will also be able to take charge of things on the road. “The younger guys will be able to learn a lot from him and we expect him to adopt a senior role within the squad. He’s the consummate team player but is also capable of winning races himself and his versatility will be a massive boost to the team.”

 

 

“Ein Top Ten-Platz ist unser erklärtes Ziel”

“Ein Top Ten-Platz ist unser erklärtes Ziel”

Gemeinsam mit den beiden Tirolern Thomas Rohregger und Stefan Denifl bildet  Bernhard Eisel am Sonntag das rot-weiß-rote Aufgebot im Eliterennen der Herren.

Der diesjährige Weltmeister im Straßenrennen wird im dänischen Rudersdal ermittelt. Zu absolvieren ist ein 14 Kilometer langer Rundkurs der insgesamt 17-mal gefahren wird. Davor führen 28 Kilometer von Kopenhagen nach Rudersdal. Die Streckenlänge beträgt insgesamt 266 Kilometer.
Vom Profil her gilt die Strecke als unscheinbar. Der Höhenunterschied zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt beträgt gerade einmal 32 Meter. Allerdings steigen die letzten 500 Meter vor der Ziellinie an. Ein klassisches Terrain für Sprinter.

„Ein Top Ten-Platz ist unser erklärtes Ziel“, gibt sich Eisel kämpferisch. Der Wahlkärntner gilt zwar aufgrund seiner Routine als Kapitän, dennoch pocht er aber nicht auf eine Vormachtstellung. „Es wird für den gefahren, der in bester Verfassung und Position ist.“
Im Vergleich zu den Top-Nationen wie Australien, Titelverteidiger Norwegen, Deutschland, Italien oder Spanien, die neun Mann auf den Stadtkurs in Kopenhagen schicken, müssen sich drei mit der Außenseiterrolle begnügen, welche aber durchaus Chancen bietet. Eisel: „Wir müssen zum Rennverlauf nichts beitragen und können kräftesparend im Hintergrund fahren. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Nationen, die mehrere Favoriten in ihren Reihen haben, sich selbst eliminieren.“

Ein kleines Fragezeichen stand noch hinter dem Antritt von Stefan Denifl, der am Sonntag beim Grand Prix d’Isbergues in Frankreich schwer zu Sturz kam. Neben Prellungen und Abschürfungen musste der 24-Jährige am Ellbogen genäht werden. „Ich möchte aber unbedingt dass Stefan mitfährt. Erstens mangelt es uns an Alternativen, Zweitens war er zuletzt in einer großartigen Form“, stellt Eisel klar.
Der Kampf um das Regenbogentrikot beginnt am Sonntag um 10 Uhr. Seine beste WM-Platzierung eroberte Bernhard im Jahr 2006 bei der Heim-WM in Salzburg. Damals klassierte er sich als 11.

Neuen Vertrag in der Tasche

Bezüglich seines neuen Teams ­ HTC-Highroad gab ja mit Ende der Saison seinen Rückzug vom Radsport bekannt – hält sich Eisel noch relativ bedeckt, bekennt aber: „Ich habe bereits einen Kontrakt unterzeichnet, so viel darf ich verraten, allerdings noch nicht bei wem. Ich bitte um Verständnis, das ist eine reine Teambestimmung. Es sollte aber nicht mehr allzu lange dauern bis ich grünes Licht für die Bekanntgabe erhalte.

Zum achten Mal Champs Élysees & ein rekordverdächtiges Duo

Zum achten Mal Champs Élysees & ein rekordverdächtiges Duo

Die 98. Tour de France ging am Sonntag in Paris zu Ende. Der einzige Österreicher am Start, HTC-Kapitän Bernhard Eisel (30), hatte beim großen Finale auf dem Champs Élyssés allen Grund zu Feiern.

23 Tage und 3.430,5 Kilometer später – es ist geschafft.  Am  2. Juli erfolgte der Start an der Vendée am Atlantik, von 198 gestarteten Profis  haben sich 167 durchgekämpft. 32 Rennfahrer schieden nach Sturz, Krankheit und nach Kontrollschluss vorzeitig aus.

Heuer war Eisel erstmals offiziell Tour-Teamkapitän seines Rennstalls HTC-Highroad, eine Rolle, die er den Ergebnissen nach, mit Bravour gemeistert hat. HTC ist mit sechs Tageserfolgen das mit Abstand erfolgreichste Team gezählt an Etappensiegen. Fünf konnte Supersprinter Mark Cavendish verbuchen, der auch auf der Schlussetappe  auf dem Champs Élyssés erfolgreich war. Für den Sechsten sorgte Tony Martin (GER) im Einzelzeitfahren am Samstag. Cavendish holte damit auch das Grüne Trikot des Punktbesten – welches der Brite erstmals in seiner Karriere gewinnen konnte – in die Reihen des US-Teams. 2009 und 2010 war er knapp daran gescheitert.

Die Freude ist teamintern natürlich grenzenlos: „Es war ein hartes Stück Arbeit dieses Trikot bis nach Paris zu bringen, aber wir haben es schlussendlich mit zusammengebissenen Zähnen und schweißtreibender Arbeit geschafft. Jetzt bin ich einfach nur überglücklich“, zeigt sich Bernie erleichtert.

Bei 20 Tour-Etappenerfolgen hält „Cav“ mittlerweile, bei jedem Einzelnen war Bernhard Eisel an seiner Seite. „Wir sind wohl ein Duo, das ganz gut funktioniert“, grinst Eisel.

Im Gesamtklassement belegt Eisel den 161. Rang mit einer Fahrzeit von 89:52,18 Stunden. Der Zeitrückstand auf Tour-Sieger Cadel Evans beträgt 3:39,56. Doch das spielt alles keine Rolle.  Der Wahlkärntner hat, wie schon in den Jahren davor, seine eigenen Interessen denen der Mannschaft untergeordnet. „Das ist kein Problem für mich, dass ist mein Job. Radsport ist ein Mannschaftssport – wir gewinnen oder verlieren zusammen. Dieses Jahr haben wir sehr viel erreicht und das ist für mich persönlich wie ein Sieg.“

Nach den Strapazen der letzten Wochen wird jetzt erst einmal gefeiert und so etwas wie Normalität genossen. „Meine drei Geschwister sind mit ihren Familien nach Paris gekommen um mich zu empfangen. Und am Abend werden wir sicherlich mit dem ganzen Team noch ordentlich Gas geben.“

Positives Resümee nach erster Tour-Woche

Positives Resümee nach erster Tour-Woche

Die erste Woche der 98. Frankreich-Rundfahrt ist geschafft. Österreichs einziger Vertreter beim bedeutendsten Radrennen der Welt, Bernhard Eisel vom HTC-Highroad-Team, blickt auf einen ereignisreichen Auftakt zurück.

Auf der 2. Etappe, beim Mannschaftszeitfahren, kam der 30-jährige zu Sturz und brachte damit seine Mannschaft wohl um die große Chance das gelbe Trikot in ihre Reihen zu holen. “Aber bis auf diesen blöden Patzer kann ich mir bislang nichts vorwerfen”, ist Eisel am ersten Ruhetag zufrieden. “Im Gesamtklassement haben wir mit Tony Martin (6.) und Peter Velits (7.) zwei Fahrer in aussichtsreicher Position. Und mit  Mark Cavendish einen zweifachen Etappensieger. Alles in allem sind wir voll im Plan, die Stimmung im Team ist jedenfalls weltklasse.”

Kopfweh bereiten dem HTC-Kapitän aber Vorfälle, die Gesundheit und Leben der Fahrer aufs Spiel setzen. “Unfälle mit Begleitmotorrädern oder TV-Teams, wie sie auf den letzten Etappen an der Tagesordnung standen,  sind vermeidbar. Das muss die Tourorganisation rasch in den Griff bekommen. Ein Sturz in einer Abfahrt kann passieren, aber wenn Kamikaze-Lenker auf Motorrädern oder in Autos, die Rennsituationen nicht richtig einschätzen können, mit im Feld sind, wird’s brenzlig. Das sind Dinge die wir Fahrer nicht akzeptieren können oder wollen. Noch dazu ist die  Beschilderung auf den Etappen, die auf Gefahrenstellen hinweisen soll, miserabel”, nimmt sich Eisel kein Blatt vor dem Mund.
Die Streckenführung und auch die Zieleinläufe sind heuer um einiges gefährlicher als in den Jahren zuvor. Daher kommt neben der sportlichen Belastung auch noch eine psychische hinzu. Du musst vom ersten bis zum letzten Kilometer stets zu 100 Prozent aufmerksam sein – das zehrt mit der Zeit ebenfalls an den Kräften.”

Nach dem Ruhetag am Montag, der vollkommen im Zeichen von Regeneration steht, geht’s am Dienstag mit der zweiten Tourwoche weiter. Nach zwei relativ flachen Etappen, auf denen die Sprinter noch einmal ihre Chance bekommen sollten, sind dann die Kletterer gefragt. Am Donnerstag erreicht das Peloton das Hochgebirge, dann geht es bis Samstag in den Pyrenäen richtig zur Sache.
“Meine Aufgabe in der nächsten Woche ist klar. Ich muss nur Cavendish und Renshaw gut und vor allem innerhalb der Karenzzeit über die ersten Bergetappen bringen”, so Eisel.

Bernhard Eisel bietet während der Tour einen besonderen Service für seine Fans an. Auf seiner Facebook-Fanseite “Bernhard Eisel” postet der Steirer nicht nur täglich neues Bildmaterial, sondern auch alle wichtigen News und Eindrücke nach den jeweiligen Etappen.

Eisel als HTC-Kapitän zur Tour de France

Eisel als HTC-Kapitän zur Tour de France

Am Sonntag gab der Radrennstall HTC Highroad sein Aufgebot für die am kommenden Samstag beginnende Tour de France 2011 bekannt. Mit dabei als einziger Österreicher  ist Bernhard Eisel – erstmals als Kapitän beim wichtigsten und prestigeträchtigsten Radrennen der Welt.

Sieben Grande Boucle-Teilnahmen hat der 30-jährige bereits in den Beinen und bei jedem einzelnen Antritt  auch die Zielankunft auf der Champs Elysee  erlebt. Mit seiner achten Teilnahme zieht der Wahlkärntner in der Statistik  nun mit dem bisherigen rot-weiß-roten Tour-Rekordhalter Georg Totschnig gleich. Wohl der Hauptgrund weshalb Teammanager Bob Stapleton und Rolf Aldag als sportlicher Leiter den Steirer zum Kapitän und Entscheidungsträger des US-Teams ernannt haben: „Berni ist unser erfahrenster Mann und daher unser Road-Captain. Kein anderer aus dem diesjährigen Kader ist die Tour so oft gefahren und so routiniert wie er“, begründet Aldag die Entscheidung. „Das ist natürlich eine große Ehre für mich und ich bin super happy. Doch selbst wenn ich jetzt noch relativ relaxt bin,  diese Rolle wird bestimmt noch für eine ordentliche Portion Nervosität, aber auch für zusätzliche Motivation sorgen“, erklärte Eisel nach der Bekanntgabe.

Neben ihm stehen weiters noch Mark Cavendish (GBR), Tony Martin (GER), Matt Goss, Mark Renshaw (beide AUS), Peter Velits (SVK), Lars Bak (DAN), Danny Pate und Tejay van Garderen (beide USA) im neunköpfigen HTC-Aufgebot.

„Wir sind in dieser Formation eine richtig starke Mannschaft. Haben mit Tony Martin einen Mann für das Gesamtklassement und die Bergankünfte, mit dem 15-fachen Etappensieger Mark Cavendish und Matt Goss zwei brutal schnelle Männer für die Sprintankünfte“, analysiert der frischgebackene HTC-Teamleader, der  bei der 98. Tour de France vor einer großen Herausforderung steht. „Wir wollen gleich zu Beginn unsere Stärke demonstrieren, Etappensiege und ein Top-Ten-Platz von Martin sind unsere Ziele. Speziell das Teamzeitfahren am zweiten Tag wird die erste Schlüsselsetappe sein und  insbesondere für mich ­– als nicht wirklicher Zeitfahrspezialist – die mitunter größte Hürde. Denn bei der Tour lässt man sein Team niemals hängen, als Teamkapitän erst recht nicht.“

Die „große Schleife“ startet am Samstag von der Atlantik-Insel Ile de Noirmoutier  mit einer Flachetappe statt des obligatorischen Prologs und führt über weitere 20 Teilstücke  (inklusive zwei Ruhetage) zur Zielankunft (24. Juli) nach Paris. Die Gesamtdistanz beträgt bei der 98. Auflage  3430,5 Kilometer. Dabei ist die Streckenführung heuer insbesondere auf die Kletterspezialisten ausgelegt. Es stehen insgesamt vier Bergankünfte auf dem Programm, der Alpenpass Col de Galibier wird 2011 gleich zweimal in Angriff genommen.

 

 

 

Staatsmeisterschaften ohne Bernie

Staatsmeisterschaften ohne Bernie

Nationaler Titelentscheid der heimischen Straßen-Elite am Sonntag in/um Eisenstadt findet ohne den Steirer statt.

Am kommenden Sonntag gehen rund um Eisenstadt die Österreichischen Staatsmeisterschaften Strasse Elite in Szene – allerdings ohne den derzeit erfolgreichsten österreichischen Radprofi.
HTC-Profi Bernhard Eisel lässt in diesem Jahr erstmals den Kampf um das österreichische Meistertrikot aus. “Als Einzelstarter kann ich nicht viel ausrichten, als Profi noch viel weniger. Wenn die ganze Meute gegen einen fährt macht es keinen Sinn und ehrlich gesagt auch keinen Spaß. Es wäre eine Reise umsonst”, so die Begründung des 30-jährigen.

Ob Eisel am 2. Juli seine bereits achte Tour de France in Angriff nehmen wird, entscheidet sich wohl erst Anfang nächster Woche, nach den nationalen Meisterschaften. “Die Form passt, ich bin optimistisch nominiert zu werden.”

 

Rang sieben bei Paris-Roubaix

Rang sieben bei Paris-Roubaix

Die Vorgabe war ein Rang unter den Top-Ten – im Endeffekt wurde es Platz sieben und die beste Platzierung eines Österreichers bei der “Königin der Klassiker”, über 258 Kilometer und 27 Pflastersteinpassagen, die nicht am grünen Tisch entschieden wurde.

2006 kam Eisel als achter ins Ziel, nach der nachträglichen Disqualifizierung drei seiner Mitstreiter schien der Steirer schlussendlich als fünfter im Klassement auf. “Dieser fünfte Rang war von der Papierform her schön, sportlich wollte ich ihn jedoch nie anerkennen.”

Der 30-jährige hatte am Sonntag kurz vor dem “Wald von Arenberg”, zu einem äußert ungünstigen Zeitpunkt, einen Defekt, kam dennoch mit der Favoritengruppe rund um Tom Boonen, Fabian Cancellara & Co. aus dem berüchtigten Pavéstück heraus. “Ich blieb bis dahin, zum Glück, vom Sturzpech verschont, obwohl es diesmal an allen Ecken und Enden gekracht hat. Hätte ich dann mehr Mut gehabt, hätte ich attackieren müssen. Aber ich habe gepokert und abgewartet, auch weil ich mit Lars Bak einen Teamkollegen in der Spitzengruppe hatte.”

Während der spätere Sieger Johan Van Summeren alleine davonzog,  forcierte der erklärte Favorit Fabian Cancellara in der Eisel-Gruppe das Tempo. “Diesen Moment habe ich leider verpasst. Wenn ich an seinem Hinterrad geblieben wäre, würde das Klassement wohl anders aussehen.” Van Summeren ließ nichts mehr anbrennen, triumphierte als Solist im Velodrom in Roubaix, Cancellara überquerte als zweiter den Zielstrich. Eisel gewann den Sprint der ersten größeren Verfolgergruppe und wurde siebenter.

“Jetzt bin ich froh dass die Klassikersaison vorbei ist, denn bei all diesen Rennen gilt: Von Kilometer Null bis ins Ziel gilt Anspannung und Konzentration – das zehrt an den Reserven. Aber ich bin absolut zufrieden. Zwar habe ich heuer kein “großes Ding” abgeschossen, dennoch konstant gute Resultate verzeichnet.”

In der “Hölle” brennt Eisel auf Top-Ten-Platz

In der “Hölle” brennt Eisel auf Top-Ten-Platz

Sie ist unverwechselbar, brutal und dramatisch -– die “Königin der Klassiker”. Diejenigen die am kommenden Sonntag im Vélodrom in Roubaix ankommen sind vor allem eines: gezeichnet. Kaum ein Rennen im Profizirkus hat so viele Geschichten zu erzählen, bei kaum einen Rennen liegt Leid und Triumph so nahe beieinander. Und kaum ein Rennen verlangt Taktik, Zähigkeit und eisernen Willen in einem so großem Maße ab.

“Ich liebe und hasse es zur gleichen Zeit”, sagt selbst Bernhard Eisel, einer der wenigen im Profizirkus, die sich als wirkliche Paris-Roubaix-Liebhaber outen. “Du bist permanent am Anschlag, der Leistungsdurchschnitt liegt bei diesem Rennen bei 300 Watt und selbst Stunden nach dem Zieleinlauf kannst du nichts ordentlich angreifen, weil es dich noch am ganzen Körper schüttelt.”

Der Steirer hat sich für Sonntag ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: “Ein Platz unter den Top-Ten, das ist die Vorgabe. Die Form stimmt zu 100 Prozent, daran darf es jedenfalls nicht scheitern.” Gemeinsam mit Matthew Goss (AUS) wird der 30-jährige, wie bei der Flandern-Rundfahrt, die HTC-Highroad-Equipe anführen. “Paris-Roubaix ist unberechenbar. Material und Glück machen schon etwa 50 Prozent aus. Und wenn es in der Vergangenheit bisweilen zu einer Schlammschlacht ausgeartet ist, blüht uns heuer aufgrund des anhaltenden Schönwetters das Gegenteil: Es wird ein Staubfressen werden.”

Über 27 Pavé-Sektionen, den Pflastersteinpassagen – insgesamt sind es 51,5 Kilometer, wird sich das Peloton bei der 109. Auflage des französischen Radklassikers quälen müssen. Dabei feiern heuer auch einige Premiere. Nach dem berüchtigten und meist vorentscheidenden “Wald von Arenberg” (km 172) wurden beispielsweise neue Passagen aufgenommen, die Eisel mit seinem Team am Donnerstag besichtigt hat. “Das sind schnelle, flache Pavés. Wie sich das auf die Rennentwicklung auswirkt bleibt abzuwarten. Bei Gegenwind steigt die Wahrscheinlichkeit dass sich Gruppen wieder zusammenfinden, bei Gegenwind hat man leider kaum mehr eine Chance dazu.”

Ein gutes Omen für Eisel’s Highroad Team ist jedenfalls die Tatsache, dass Teamsponsor Specialized die Sieger der letzten drei Jahre (Cancellara 2010, Bonnen 2009, 2008) mit ihren Rädern ausgestattet hat. Eisel: “Die Roubaix-Edition ist bereits ausgepackt. Bessere Dämpfung, mehr Komfort durch spezielle Elastomere, dazu ein geringeres Gewicht”, diese Zutaten sollen die Tortur zumindest erträglicher machen.

Start ist am Sonntag in Compiégne, danach geht es über 258 Kilometer zur Zielankunft ins Vélodrom nach Roubaix. Die 27 Pflastersteinpassagen – die teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammen – sind in Kategorien von 1 bis 5 eingeteilt, wobei 5 dem höchsten Schwierigkeitsgrad entspricht.

 

Eisel bei bester “Ronde” seines Lebens auf Rang 14

Eisel bei bester “Ronde” seines Lebens auf Rang 14

An Spannung kaum zu überbieten war die 95. Auflage des flämischen Frühjahresklassikers Ronde van Vlaanderen. Nach 258 Kilometer holte sich der Belgier Nick Nuyens (Team Saxo Bank) im Sprint einer dreiköpfigen Gruppe überraschend den Sieg vor dem Franzosen Sylvain Chavanel (Quickstep) und Vorjahressieger Fabian Cancellara (Leopard) aus der Schweiz.

Der einzige Österreicher am Start, Bernhard Eisel, belegte bei seiner insgesamt schon neunten Flandern-Rundfahrt Rang 14 und zeigte sich durchaus zufrieden. “Das war die beste Ronde die ich jemals gefahren bin, obwohl die Platzierung das vielleicht nicht widerspiegelt.”

Der 30-jährige präsentierte sich initiativ, befand sich zu Beginn des Rennens in einer 20-köpfigen Fluchtgruppe, die jedoch vom Feld wieder gestellt wurde. Während im weiteren Rennverlauf etliche Fahrer in Ausreißergruppen ihr Glück versuchten, hielt sich Eisel in Lauerstellung stets an der Front der ersten Verfolgergruppe auf. Zur Entscheidung kam es an der berüchtigten “Mauer von Geraadsbergen, rund 20 Kilometer vor dem Ziel. 12 Fahrer konnten sich nach dem vorletzten Anstieg des Rennens bis ins Ziel in Meerbeke vom Feld absetzen, Eisel verlor jedoch den Anschluss an die Spitze. “Die Muur liegt mir im unteren Abschnitt einfach nicht, da habe ich viel an Boden verloren. So ehrlich muss ich sein, im entscheidenden Moment hatte es heute leider nicht drauf. Im Sprint des Hauptfeldes musste sich der Steirer dann nur dem US-Amerikaner Tyler Farrar geschlagen geben.

“Auf alle Fälle stimmt die Form, auch wenn ich heute eine dicke Chance ausgelassen habe. Aber in Hinblick auf die kommenden Rennen stimmt mich meine Verfassung sehr zuversichtlich.”
Der HTC-Highroad-Profi wird am Mittwoch beim Schelde-Preis starten, ehe es am Sonntag zur alljährlichen “Schlacht” in der “Hölle des Nordens”, Paris-Roubaix,  kommt.

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