„Wenn einer von uns Weltmeister wird, gehen wir nach Compostela“

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Daumen hoch für Team Austria bei der Weltmeisterschaft in Ponferrada (Spanien).

Österreich ist mit 6 Mann am Start, Brändle und Co. kommen mit Top-Ergebnissen von der Profi-Tour – dürfen wir von einer Sensation träumen?
„Es ist ein Traum, dass wir ein so starkes Team bei dieser WM an den Start bringen. Ein Top-Platz liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Aber für eine Medaille wird es wohl nicht reichen. Wir haben jedenfalls ausgemacht, wenn einer von uns Weltmeister wird, gehen wir nach Santiago de Compostela. Wir sind ja hier direkt am Jakobsweg, da sieht man während des Trainings kaum Autos. Dafür tausende Pilger, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.“

Wie sieht nach den gemeinsamen Trainings hier in der Provinz Leon die Taktik aus?
„Wir werden versuchen unsere Kräfte vor allem auf den beiden langen Anstiegen zu schonen, dürfen aber nie zu weit hinten sein, damit wir dabei sind, falls vorne die Post abgeht. Denn der höchste Punkt ist nur vier Kilometer von der Ziellinie entfernt. Georg Preidler ist in ausgezeichneter Form, Matthias Brändle und Riccardo Zoidl haben ebenfalls das Zeug für eine Spitzenplatzierung. Wer von den dreien die besten Beine hat, den werden wir, so lange es geht, unterstützen. Am Ende werden vorne 20 bis 30 Leute in der letzten Runde überleben. Das Wetter kann auch eine Rolle spielen. Es sind für Sonntagnachmittag Gewitter angesagt. Hauptsache es gibt keine Knochenbrüche wie beim Regenrennen im letzten Jahr – das war ja mehr Eiskunstlauf.“

Wer wird Weltmeister?
„Mein Tipp für den Sieg ist Simon Gerrans, als Außenseitertipp gilt für mich immer noch Fabio Cancellara. Zu erwarten ist aber wohl ein Kampf der großen Radsportnationen, Spanien, das das Heim-Rennen gestalten sollte, gegen Belgien oder Großbritannien. Es muss bei diesem Streckenprofil in jedem Fall einer sein, der ein bisschen Klettern kann.“

Alles zur Rad-WM unter Team Sky Race Home

Bernhard Eisel führt Österreichs starke WM-Mannschaft

Bernhard Eisel führt Österreichs starke WM-Mannschaft

Bei der Tour of Britain war Team Sky-Profi Bernhard Eisel der Publikumsliebling. Denn so hart wie er, arbeitet kaum ein Road Captain für sein Team. Jetzt tritt der 33-jährige Routinier bei der WM in Spanien (21. bis 28. September) für Team Austria in die Pedale: „So eine starke Mannschaft hat es seit langem nicht mehr gegeben, ich freu mich, dass ich den Jungs helfen darf!“

Bernhard, du kommst gerade von 7 anstrengenden Tagen bei der Tour of Britain, du hast so viele Führungskilometer in den Beinen, wie kaum ein anderer. Wie hart war es wirklich?
Bernhard Eisel: Das war die bisher schwerste Ausgabe der Tour of Britain. Schwerer geht eigentlich nicht mehr. Wir sind jeden Hügel rauf und runter, das waren 2000 und mehr Höhenmeter am Tag. Eigentlich unvorstellbar für so ein vermeintlich flaches Land. Bradley Wiggins kam als Titelverteidiger, wir haben bis zum letzten Tag gehofft, dass wir diesen Sieg wiederholen können. Am Ende blieb sein dritter Platz, weil wir auch viel Pech hatten, schon nach der ersten Etappe und dem Kahnbeinbruch von Ian Stannard nur mehr zu fünft waren.

Der Österreicher Matthias Brändle hat gleich zwei Etappen hintereinander gewonnen. Wie war das möglich?
Eisel: Matthias ist richtig stark drauf. Er hat einfach die Gunst der Stunde genutzt, weil da doch einige Teams dabei waren, die im Peloton keine Führungsarbeit leisten wollten. Aber das schmälert seine Leistung überhaupt nicht. Er ist extrem gut gefahren. Ich habe mich sehr für ihn gefreut. Und in der Form ist er auch für unser WM-Team ein Kandidat für ganz vorne. Der Mann kann nämlich auch sehr gut Zeitfahren, wie er nicht nur auf der Tour of Britain als Zeitfahr-Fünfter bewiesen hat.

Apropos WM. Was dürfen wir von euch erwarten?
Eisel: Erst einmal freu ich mich sehr, dass ich bei der WM dabei sein darf. Ich bin weit davon entfernt Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Wohl eher Konsulent. Mit meiner Erfahrung kann ich den Jungs helfen und die sind richtig gut drauf. Riccardo Zoidl habe ich beim Giro öfter gesehen, da war er schon trotz seines Schlüsselbeinbruchs zuvor bei Strade Bianche wieder richtig gut drauf. Dann eben Brändle in seiner derzeitigen Form. Dazu kommen Marco Haller, Patrick Konrad und Georg Preidler. Schade, dass Stefan Denifl wegen seiner Verletzung ausfällt. Wir werden zwar keine Medaille machen, aber ich denke, wir können ganz vorne mitmischen.

Bevor du am Sonntag nach Spanien zur WM fliegst, nimmst du beim Velothon Vienna, einer besonderen Challenge, bei der sich Hobby-Radsportler mit Profis wie dir messen können, teil. Warum?
Eisel: Weil Radsport ein Breitensport ist, der die Leute auch bei uns in Österreich in Bewegung bringen kann. Wenn ich mir die Zahlen von fettleibigen Kindern und Jugendlichen in Österreich anschaue, läuten bei mir alle Alarmglocken. Da geht es nicht nur um Spitzensport und Nachwuchs-Arbeit, sondern schlicht um Gesundheit. Das ist ein Auftrag, den ich gerne annehme, um die Leute zu motivieren sich zu bewegen. Das funktioniert auch sehr gut in Großbritannien mit dem goskyride-Projekt, da machen Hundertausende mit.

Alles zu Team Sky bei der Tour of Britain hier
Infos zum Velothon Vienna unter www.velothon-vienna.at
Infos zu Team Austria bei der Rad-WM unter www.radsportverband.at

Bernhard Eisel hat nach der zehnten Tour noch lange nicht genug

Nach der Tour, ist vor der Tour. Oder so ähnlich. Team Sky Road Captain Bernhard Eisel hat jedenfalls noch lange nicht genug. Bei einem Kurz-Besuch in Wien plauderte er im Sky Österreich-Mediengespräch beim Heurigen Zahel in Mauer über Saison- und Zukunftspläne.

Kopfsteinpflaster in Mauer - auch nicht schlecht ;-)

Kopfsteinpflaster in Mauer – auch nicht schlecht 😉 Foto: GEPA pictures | Philipp Brem


Bernhard Eisel posierte mit seinem Tour-de-France-Rad, dem nagelneuen Pinarello Dogma F8 mit High-Tech von Jaguar auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Heurigen Zahel in Mauer. Bald sitzt der 33-jährige Ausnahme-Radfahrer selber in einem Jaguar XF, dem edlen Team Sky-Betreuerauto: „Jaguar ist unser Kooperationspartner, ich freu mich, dass mich ab sofort Jaguar Austria als Mobilitätspartner unterstützt.“

Bernhard Eisel hat nach seiner zehnten Tour de France-Teilnahme jedenfalls noch lange nicht genug. „Vielleicht gehen sich ja noch ein oder zwei Große Schleifen für mich aus. Ich denke, dass ich mit meiner Performance heuer gezeigt habe, dass ich mein Team gut führen und unterstützen kann. Wenn 2015 meine Form wieder so gut ist, warum soll ich nicht wieder Richtung Paris fahren. Vielleicht mach ich ja doch noch das Dutzend voll.“

Vorerst konzentriert sich der Wahl-Kärntner mit den steirischen Wurzeln auf seinen Rennplan 2014. Nächste Stationen: 24. August, Vattenfall Cyclassics in Hamburg, 7. bis 14. September Tour of Britain mit Team Sky-Titelverteidiger Bradley Wiggins, danach die WM in Ponferrada (Spanien, 21. bis 28. September) und im Oktober die Tour of Beijing und der Japan Cup.

Bei der Weltmeisterschaft in Ponferrada ist Bernhard Eisel in jedem Fall bei den Meetings des Radsport-Weltverbands als UCI-Athletensprecher dabei. Es wird dort um den neuen Rennkalender 2017 gehen. „Wenn ich nominiert werde, stehe ich aber gerne beim Straßenrennen für Österreich bereit. Soviel ich weiß, haben wir dort 6 Plätze.“

Bernies Tour-Bilanz: „Merkwürdig und großartig“

Bernhard Eisel legte in Paris einen beeindruckenden Schlusssprint hin - und wurde Sechster.

Bernhard Eisel legte in Paris einen beeindruckenden Schlusssprint hin – und wurde Sechster.

Es war Bernhard Eisels zehnte Tour de France. Zum zehnten Mal ist der Team Sky Road Captain in Paris angekommen. Der 33-jährige Steirer, der auf der letzten Etappe zu Platz 6 sprintete, zieht Bilanz: „Eine merkwürdige und großartige Tour!“

Zehnte Tour, Sechster im Schlusssprint auf den Champs-Élysées, Zwölfter auf der 15. Etappe von Tallard nach Nîmes und Rang 15 auf Etappe 16 von Carcassonne nach Bagnères-de-Lucho – das war dein bestes Ergebnis auf einer Tour-Bergetappe. Individueller Trost für das bittere Team-Ergebnis?
Bernhard Eisel: Radsport ist ein Teamsport, daher zählen diese Einzel-Resultate gar nicht. Es zeigt nur, dass ich bereit war für meinen Job als Road Captain, als Helfer für meine Mannschaft. Meine Form hat gestimmt. Aber in Summe bleibt, dass Team Sky nach zwei Siegen in Folge, das Ziel des dritten Gesamtsieges verfehlt hat.

Wie ist die Stimmung im Team?
Große Party wurde natürlich keine gefeiert, aber zum Glück hat Geraint Thomas gleich irgendwo im Zielraum Bier fürs Team organisiert. Denn jeder der Paris erreicht hat, ist erst einmal happy. Die Moral bei Team Sky war trotz aller Rückschläge immer sehr gut. Jeder hat den anderen pepusht und motiviert. Es war kein gutes Rennen für uns, aber wir haben viel gelernt.

Hattet ihr schon Gelegenheit, die Niederlage zu analysieren?
Jetzt fahren wir einmal alle nach Hause, rasten uns ein paar Tage aus und dann werden wir darüber reflektieren, was genau passiert ist. Hinterher ist man ja immer schlauer. Wir sind mit dem Titelverteidiger Chris Froome als Leader und Richie Porte als Backup in diese Tour gestartet. Dass der eine stürzt und der andere krank wird, mussten wir leider hinnehmen.

Du hattest Nibali schon vor der Tour auf der Rechnung.
Klar. Und er hat den Sieg verdient. Die Leute werden zwar auf diese 101. Tour zurückschauen und sagen, Froome und Contador sind gestürzt, danach war der Weg frei für ihn. Aber ich denke, dass sich Nibali und sein Team für die Performance in den letzten 3 Wochen Respekt verdient haben.

Woran wirst du bei deiner zehnten Jubiläums-Tour zurückdenken?
An schlechtes Wetter, Stürze und kranke Fahrer. In jedem Fall eine merkwürdige Tour im Wortsinn. Ich bin von Stürzen verschont geblieben, hatte in den Pyrenäen-Etappen aber mit einem Abszess und in Folge der schiefen Sitzposition mit Knieschmerzen zu kämpfen. Aber bleiben wird was ganz anderes: Millionen Leute haben uns zugesehen und haben mit uns eine großartige Tour gefeiert. Es war ein hartes Rennen mit verrückten, lautstarken Fans, die uns in Massen, vor allem auf den Startetappen in Großbritannien, angefeuert haben. Es gibt eben keinen größeren und wichtigeren Sportevent auf der Welt. Ein Teil davon sein zu dürfen, ist das Größte für einen Radsportler. Und das bleibt.

Mehr zu Team Sky bei der Tour de France hier

Bernhard Eisel startet am Mittwoch (30.7.) beim Kriterium von Wels, am Donnerstag (31.7.) beim Kriterium in Bischofshofen. Danach stehen am 24. August die Vattenfall Cyclassics in Hamburg am Programm. Von 7. bis 14. September ist die Titelverteidigung daheim für Team Sky bei der Tour of Britain geplant.

Ein Jubiläum, eine Premiere und ein Feiertag in Paris

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Bernhard Eisel legt nach Platz 12 auf der 15. Etappe der Tour de France am Ruhetag nicht die Beine hoch. Auch ist ihm nicht zum Feiern zumute. Team Sky möchte in der letzten Woche noch einmal Akzente setzen. „Unser Ziel ist ein Etappensieg“, stellt der Road Captain klar und erklärt, warum die Ankunft in Paris heuer eine ganz besondere ist.

Die 15. Etappe der 101. Tour de France wird Bernhard Eisel noch lange in Erinnerung bleiben.

„Der Sturm hat alles durcheinandergewirbelt, der Regen war teilweise so stark, dass man den Vordermann nicht gesehen hat“, berichtet der Steirer, der sich im Zielsprint auf Platz 12 klassierte.

„Es wäre noch mehr möglich gewesen, die Beine waren gut. Aber mir fehlten ein bisschen die Ellbogen, weil mein letzter eigener Sprint bei der Tour de France schon weit zurückliegt.“ Das war 2007, damals noch im magentafarbenen Trikot von T-Mobile.

Mit den beiden Ausreißern Jack Bauer von Team Garmin und Martin Elmiger von IAM Cycling, die nach einer 222 km langen Flucht 25 Meter vor dem Ziel gestellt wurden, hat der Road Captain von Team Sky Mitleid. „Die beiden hätten sich den Sieg verdient gehabt, aber man kriegt bei der Tour nichts geschenkt. Maximal ein Croissant und einen Espresso im Village.“

Keine Geschenke gab es auch für Team Sky. „Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Chris (Froome) haben wir die Trümmer vom Boden aufgeklaubt und alles probiert. Leider ist Richie (Porte) krank geworden. Wir haben alle gehofft, dass es geht, aber gegen einen Nibali in Höchstform darfst du dir keine Schwäche leisten.“

Das Ziel für die letzte Woche bei der Grand Boucle ist ein Etappensieg. „Leider haben wir kein Trikot mehr zu verteidigen, aber wir möchten noch einmal voll angreifen. Unsere beiden Spanier wollen in den Pyrenäen gerne etwas zeigen – und vielleicht ist mit der Unterstützung der Fans noch ein Etappensieg möglich.“

Seine eigenen Chancen schätzt Eisel trotz mehr Freiheiten gering ein. „Selbst wenn ich es in eine Fluchtgruppe schaffe, ist immer einer dabei, der am Berg stärker ist als ich.“ Also freut er sich schon auf die Ankunft in Paris am Sonntag. „Es ist immer ein ganz besonderes Gefühl, wenn man auf die Champs-Èlysées einbiegt.“

Bei seiner 10. Tour-Teilnahme wartet ein ganz spezieller „Fan“ im Zielbereich. „Meine Mutter ist heuer zum ersten Mal in Paris dabei. Bei meinem Jubiläum hatte sie keine Ausrede“, lacht Eisel, der am Sonntag auf jeden Fall einen Grund zum Feiern hat. Nämlich seinen ersten Hochzeitstag.

Mehr zum Team Sky bei der Tour de France erfahren Sie hier

„Porte hat das Zeug zum Tour-Sieger“

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Ruhetag bei der Tour de France. Von Ruhe aber keine Spur. Team-Besprechungen, Medien-Termine und eine lockere Radrunde. Erst am Nachmittag hat Sky-Profi Bernhard Eisel, Österreichs einziger Beitrag bei der 101. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt, Zeit für seine extra angereiste Ehefrau Tanja. Ab Mittwoch gilt die volle Aufmerksamkeit des Steirers wieder seinem Zimmerkollegen Richie Porte, nach 10 Etappen Gesamt-Zweiter, den er im Kampf um Gelb unterstützt.

Wie fühlst du dich nach den ersten 10 Etappen und insgesamt 1.825,5 Kilometern bei deiner 10. Tour de France?

Bernhard Eisel: Natürlich bin ich angeschlagen, der gesamte Körper und speziell die Beine sind müde. Die letzten beiden Etappen waren richtig schwer. Aber ich bin eigentlich immer gut durchgekommen, bin sturzfrei geblieben und wir liegen in der Gesamtwertung auf Rang 2. Ich darf mich also nicht beschweren.

Das große Thema in den letzten Tagen waren die vielen Sturzopfer und prominenten Ausfälle, allen voran dein Teamkollege und Titelverteidiger Chris Froome.

Das ist natürlich ein Riesenverlust für uns. Aber Stürze passieren leider. Und dann hast du keine Zeit, dass du dich eine halbe Stunde hinsetzt, die Köpfe zusammensteckst und überlegst, wie es jetzt weitergeht. Als klar war, dass Chris die Tour nicht zu Ende fahren kann, haben wir den Schalter umgelegt und nach vorne geschaut. Das ist jetzt die Chance für Richie Porte zu zeigen, dass er das Zeug zum Tour-Sieger hat.

Was für ein Typ ist Richie Porte, wie würdest du ihn beschreiben?

Also zunächst einmal ist er sicher nicht die Alternative Y, als die er teilweise dargestellt wurde. Er liegt nach der Hälfte der Tour de France auf Platz 2. Ich kann mir einen schlechteren Plan B vorstellen. Richie ist ein ähnlicher Typ wie Mark Cavendish und er ähnelt auch mir vom Naturell: er kann aufbrausend sein, wenn es stressig ist, läuft alles nach Plan, ist er aber total entspannt.

Inwieweit hat sich dein Aufgabenbereich als „Road Captain“ durch den Froome-Ausfall verändert?

Gar nicht. Für mich macht es keinen Unterschied, wen ich am Hinterrad habe. Ich kümmere mich um Richie, mit dem ich mir übrigens auch das Zimmer teile, dass er die Tour de France gewinnt. Und ich unterstütze die anderen Sky-Jungs wie Mikel Nieve oder Geraint Thomas dabei, dass sie in der Gesamtwertung noch weiter nach vorne kommen.

Vincenzo Nibali ist der Mann im Gelben Trikot, sein Vorsprung auf Porte beträgt 2:23 Minuten. Ist der Italiener noch zu knacken?

Wenn er die Form hält, dann nicht. Richie ist leider auf der Roubaix-Etappe gestürzt, deshalb ist der Rückstand etwas größer. Aber er kann zulegen, vor allem wenn es richtig heiß wird in den Pyrenäen. Auf den langen Bergen sehe ich ihn als ausgewiesenen Kletterer im Vorteil – und er ist der bessere Zeitfahrer.

Du hast auf deiner facebook-Seite ein Foto gepostet, dass dich Seite an Seite mit Nibali zeigt. Worüber wird da gesprochen?

Ein bisschen Small-Talk, aber nicht nur. Man tauscht sich auch über die Taktik aus, erfährt aber natürlich nicht alles (lacht). Nein, im Ernst: ich kenne Nibali schon lange, spreche auch Italienisch und bin immer in seiner Nähe. Da ist es ganz normal, dass man das eine oder andere Wort miteinander wechselt.

Einen großen Erfolg konnte Team Sky bei der Österreich-Rundfahrt feiern. Was sagst du zum Triumph deines Teamkollegen Pete Kennaugh?

Pete hat gezeigt, dass er in Tour-de-France-Form gewesen wäre. Diese Form hat er perfekt für sich und seinen Werdegang genützt indem er bei der Ö-Tour bewiesen hat, dass er ein Siegfahrer ist. Sein Erfolg war für das ganze Team super und natürlich auch für Sky Österreich.

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Bernie im Interview über Jubiläumstour, Gesamtsieg und Fremdsprachenkenntnisse

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Mittwoch hebt Bernhard Eisel Richtung Manchester, der Homebase von Team Sky ab. Die 101. Tour de France startet in Yorkshire, Großbritannien. Es ist die 10. Tour-Teilnahme des 33-jährigen Steirers, der das britische Radsportteam zum dritten Tour-Titel in Folge führen soll. Eisel über schmerzhafte Tour-Erinnerungen, triumphale Momente und warum Mehrsprachigkeit für einen Road Captain von Vorteil ist.

Es ist deine 10. Tour-Teilnahme, stolz?
Bernhard Eisel: Ich freu mich einfach riesig, dass ich nach dem Auslassen der Tour 2013 wieder dabei sein darf. Die Tour de France ist für jeden Radsportler das Größte. Sogar Bradley Wiggins, den ich 2012 auf seinem Gesamtsieg begleiten durfte, hat mir zur Nominierung per SMS gratuliert. Jetzt warten 3 Wochen Hektik, harte Arbeit und viel Schmerzen auf mich. Irgendwie seltsam, dass man sich darauf freuen kann, aber es ist so!

Deine schönsten Erinnerungen an die Tour de France?
Mein dritter Platz auf der Etappe nach Karlsruhe 2006 war sicher eines meiner persönlichen Highlights. Und natürlich die erste Tour-Teilnahme 2004, bei der ich gleich auf der ersten Etappe einen kapitalen Sturz fabrizierte und trotzdem einen Tag lang das Weiße Trikot des besten Jungprofis tragen durfte. Dann die Zeit an der Seite meines Freundes Mark Cavendish, den ich zu vielen Sprint-Etappensiegen verhelfen durfte. Und natürlich der Gesamtsieg mit Team Sky und Bradley Wiggins 2012.

Das Ziel für Team Sky ist der dritte Gesamtsieg in Folge – deine Rolle dabei?
Klar, für uns zählt nur der Gesamtsieg. Chris Froome ist der Top-Favorit und wir werden alles tun, um ihn in Gelb nach Hause zu bringen. Meine Rolle ist ebenso klar definiert: Ich kümmere mich um die taktischen Dinge, ich muss als Road Captain die Übersicht bewahren und helfen, wo immer ich kann.

Apropos Übersicht. Du sprichst vier Sprachen, ein großer Vorteil für deine Aufgaben?
Stimmt. Ich kann mit den Jungs im Fahrerfeld plaudern und mich umhören, wer mit wem Allianzen geschlossen hat und wie es den Leuten so geht. Während der Tour lese ich auch viel Zeitung, um informiert zu sein. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wer wo geboren ist und wer wo wohnt – die Leute mit dem Heimvorteil sind nämlich genau die, die dort dann in die Spitzengruppe gehen.

Du bist heuer der einzige Österreicher bei der Tour – muss man sich Sorgen um den heimischen Radsport machen?
Nein, wir haben viele gute Jungs, die auf einem sehr guten Weg sind. Der Radsportverband tut viel, um junge Talente gezielt zu fördern. Das Team Tirol und Team Gourmetfein arbeiten professionell, die Österreich Radrundfahrt ist eine wichtige Institution. Was uns derzeit fehlt, ist ein großer Sponsor, ein Gönner – wenn sich da jemand finden würde, der langfristig investieren will, garantiere ich, dass dieses Team in 5 Jahren mit einer Wild Card bei der Tour de France dabei sein kann.

Mehr zu Team Sky bei der Tour de France hier

 

 

Tour de France Nummer 101, Bernie ist zum 10. Mal dabei

Tour de France Nummer 101, Bernie ist zum 10. Mal dabei

Bernhard Eisel (33) wurde von Team Sky für die 101. Auflage der Tour de France nominiert. Es wird die 10. Teilnahme des Team Sky Road Captains auf der großen Schleife sein.

„Diese Tour-Nominierung ist etwas Besonderes. Ich habe alles getan, um mein Team nach den beiden letzten Tour-Siegen, wieder unterstützen zu dürfen. Ich wollte unbedingt dabei sein. Ich bin froh, dass ich zeigen darf, was ich kann“, sagt Bernhard Eisel, der zuletzt im Jahr 2012 Bradley Wiggins als Road Captain zum Toursieg geführt hatte und 2013 nicht für die Tour nominiert worden war.

Der 33-jährige Routinier kommt gut vorbereitet zu seiner Jubiläums-Tour: „Wir haben die ersten beiden Etappen in Yorkshire und die Roubaix-Etappe besichtigt. Der Start in Großbritannien wird für unser Team als Heimspiel purer Stress und gleichzeitig ein riesen Spaß. Die Zuschauer werden in Massen kommen, schon jetzt putzt sich die Region heraus, die Gärten werden dekortiert, die Zäune gestrichen. Der Radsport hat auf der Insel ganz großen Stellenwert.“

Am Sonntag startet Bernhard Eisel bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Zillertal: „Die Meisterschaften nehme ich gerne als letzte Vorbereitung mit. Ich freue mich auf das österreichische Publikum!“

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Route du Sud als letzte Vorbereitung vor der Tour

15 Tage noch bis zur Tour de France. Letzter Test für Team Sky Road Captain Bernhard Eisel und sein WorldTour-Team auf der Route du Sud. Auf Etappe 2 der 3-tägigen Rundfahrt in Frankreich geht es über den berühmten Col du Tourmalet.

Bernhard Eisel kehrt heute nach dem äußerst strapaziösen Giro d’Italia ins Renngeschehen zurück. „Ich habe in den letzten 3 Wochen optimal in Kärnten trainiert. Die Route du Sud wird uns als Team den letzten Schliff für die Tour de France geben“, sagt der 33-jährige 1,83 m große Team Sky Road Captain, der mittlerweile, vom optimalen Klassikergewicht (80 kg) zu Beginn der Saison ausgehend, mit 77 kg sein Klettergewicht erreicht hat. „Meine körperliche Verfassung ist so gut, wie schon lange nicht mehr. Ich werde weiterhin alles geben, um mein Team bei der Tour de France unterstützen zu können.“ Es wäre die zehnte Tour-Teilnahme des Steirers.

Die Route du Sud ist heuer kurz und knackig: 3 Etappen, 2 Bergankünfte, auf Etappe 2 geht es über den Col du Tourmalet und den Col d’Aspin. Eisel: „Es wird ein hektisches Rennen und es wartet viel Arbeit auf mich. Mit Dario Cataldo und Kanstantsin Siutsou, die zuletzt auch beim Giro dabei waren, haben wir 2 starke Leute fürs Gesamtklassement. Wobei natürlich Valverde hier der Top-Favorit ist.“

Am Sonntag in einer Woche plant Eisel noch seine Teilnahme bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Zillertal: „Wenn es in die Vorbereitung passt, wäre ich gerne dabei.“

Mehr zu Team Sky bei der Route du Sud hier

Bernhard Eisel hat mit 77 Kilo sein optimales Klettergewicht erreicht

Bernhard Eisel hat mit 77 Kilo sein optimales Klettergewicht erreicht

 

Bernhard Eisel über irisches Wetter und österreichische Bärte

Bernhard Eisel über irisches Wetter und österreichische Bärte

Dienstag, Giro d’Italia, Etappe 10 von Modena nach  Salsomaggiore Terme, 175 flache Kilometer lang. Montag genoss Team Sky Road Captain Bernhard Eisel den zweiten Ruhetag der Rundfahrt und beantwortete Fragen der Fans via Twitter über den Giro in Irland, das verrückte Wetter, die vielen Stürze und die berühmteste Bartträgerin Österreichs, Conchita Wurst.

Wie haben dir auf deinem dritten Giro die Startetappen in Irland gefallen?
Bernhard Eisel: Ich liebe Irland! Ich war zweimal bei der Tour of Irland dabei und ich habe mich wirklich sehr gefreut, wieder dort zu sein. Die Landschaft und die Stimmung dort sind unglaublich. Das Wetter ist eine andere Geschichte, aber das kann niemand ändern. Es waren phantastische 5 Tage, die Leute und die Organisation haben das miese Wetter locker wettgemacht. Ich drücke die Daumen, dass es 2015 wieder eine Tour of Irland gibt.

Wie war der Giro für dich bisher?
Nass, kalt, rutschig. Aber immerhin sturzfrei. Nur einmal ist mir jemand von hinten reingekracht und ich musste lange warten bis ich meine Kette wieder oben hatte. Leider hat es auch viele meiner Teamkollegen erwischt. Aber wir sitzen als eine der wenigen Mannschaften immerhin noch mit 9 Leuten im Bus.

Warm die vielen Stürze?
In der ersten Woche passiert am meisten, weil noch so viele Leute mit dabei und die Straßen eng sind. Leider gibt es doch immer wieder Rad-Profis mit viel Ego und wenig Erfahrung, dann wird es gefährlich.

Wie viele Kilometer spult ihr Jungs an einem Ruhetag auf einer großen Rundfahrt herunter?
Das kommt sehr auf das Rennen am Tag danach an. Montag war ein guter Tag und wir haben nur 40 Kilometer gemacht und haben eine schöne Kaffee-Pause eingelegt. Dienstag steht eine Flachetappe unter 200 Kilometern an. Der letzte Ruhetag vor dem Gavia sieht dann ganz anders aus, weil wir uns auf die Anstiege vorbereiten müssen. Da kannst du deinen Körper nicht abschalten lassen. Das war also unser letzter Ruhetag bei diesem Giro. Der nächste ist dann zwar kurz, hat aber eher Trainings-Tag-Charakter.

Der österreichische Bart – ist der jetzt eher bekannt unter Eisel- oder Conchita-Bart?
Conchita hat das wirklich super gemacht und ich war sehr stolz als ich mir den Eurovisions Song Contest angesehen habe. Ich habe im Internet auf Facebook und Twitter herumgersurft, während ich mir in Belfast im TV den britischen Kommentar angehört habe. Das war eine gute Nacht, ich war vielleicht ein bisschen zu lange auf, aber das war es wert. Es war großartig für Österreich und für ganz Europa.

Alle Fragen und Antworten zu #AskBernie und mehr zu Team Sky beim Giro hier

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