Rang sieben bei Paris-Roubaix

Rang sieben bei Paris-Roubaix

Die Vorgabe war ein Rang unter den Top-Ten – im Endeffekt wurde es Platz sieben und die beste Platzierung eines Österreichers bei der „Königin der Klassiker“, über 258 Kilometer und 27 Pflastersteinpassagen, die nicht am grünen Tisch entschieden wurde.

2006 kam Eisel als achter ins Ziel, nach der nachträglichen Disqualifizierung drei seiner Mitstreiter schien der Steirer schlussendlich als fünfter im Klassement auf. „Dieser fünfte Rang war von der Papierform her schön, sportlich wollte ich ihn jedoch nie anerkennen.“

Der 30-jährige hatte am Sonntag kurz vor dem „Wald von Arenberg“, zu einem äußert ungünstigen Zeitpunkt, einen Defekt, kam dennoch mit der Favoritengruppe rund um Tom Boonen, Fabian Cancellara & Co. aus dem berüchtigten Pavéstück heraus. „Ich blieb bis dahin, zum Glück, vom Sturzpech verschont, obwohl es diesmal an allen Ecken und Enden gekracht hat. Hätte ich dann mehr Mut gehabt, hätte ich attackieren müssen. Aber ich habe gepokert und abgewartet, auch weil ich mit Lars Bak einen Teamkollegen in der Spitzengruppe hatte.“

Während der spätere Sieger Johan Van Summeren alleine davonzog,  forcierte der erklärte Favorit Fabian Cancellara in der Eisel-Gruppe das Tempo. „Diesen Moment habe ich leider verpasst. Wenn ich an seinem Hinterrad geblieben wäre, würde das Klassement wohl anders aussehen.“ Van Summeren ließ nichts mehr anbrennen, triumphierte als Solist im Velodrom in Roubaix, Cancellara überquerte als zweiter den Zielstrich. Eisel gewann den Sprint der ersten größeren Verfolgergruppe und wurde siebenter.

„Jetzt bin ich froh dass die Klassikersaison vorbei ist, denn bei all diesen Rennen gilt: Von Kilometer Null bis ins Ziel gilt Anspannung und Konzentration – das zehrt an den Reserven. Aber ich bin absolut zufrieden. Zwar habe ich heuer kein „großes Ding“ abgeschossen, dennoch konstant gute Resultate verzeichnet.“

In der „Hölle“ brennt Eisel auf Top-Ten-Platz

In der „Hölle“ brennt Eisel auf Top-Ten-Platz

Sie ist unverwechselbar, brutal und dramatisch -– die “Königin der Klassiker”. Diejenigen die am kommenden Sonntag im Vélodrom in Roubaix ankommen sind vor allem eines: gezeichnet. Kaum ein Rennen im Profizirkus hat so viele Geschichten zu erzählen, bei kaum einen Rennen liegt Leid und Triumph so nahe beieinander. Und kaum ein Rennen verlangt Taktik, Zähigkeit und eisernen Willen in einem so großem Maße ab.

“Ich liebe und hasse es zur gleichen Zeit”, sagt selbst Bernhard Eisel, einer der wenigen im Profizirkus, die sich als wirkliche Paris-Roubaix-Liebhaber outen. “Du bist permanent am Anschlag, der Leistungsdurchschnitt liegt bei diesem Rennen bei 300 Watt und selbst Stunden nach dem Zieleinlauf kannst du nichts ordentlich angreifen, weil es dich noch am ganzen Körper schüttelt.”

Der Steirer hat sich für Sonntag ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: “Ein Platz unter den Top-Ten, das ist die Vorgabe. Die Form stimmt zu 100 Prozent, daran darf es jedenfalls nicht scheitern.” Gemeinsam mit Matthew Goss (AUS) wird der 30-jährige, wie bei der Flandern-Rundfahrt, die HTC-Highroad-Equipe anführen. “Paris-Roubaix ist unberechenbar. Material und Glück machen schon etwa 50 Prozent aus. Und wenn es in der Vergangenheit bisweilen zu einer Schlammschlacht ausgeartet ist, blüht uns heuer aufgrund des anhaltenden Schönwetters das Gegenteil: Es wird ein Staubfressen werden.”

Über 27 Pavé-Sektionen, den Pflastersteinpassagen – insgesamt sind es 51,5 Kilometer, wird sich das Peloton bei der 109. Auflage des französischen Radklassikers quälen müssen. Dabei feiern heuer auch einige Premiere. Nach dem berüchtigten und meist vorentscheidenden “Wald von Arenberg” (km 172) wurden beispielsweise neue Passagen aufgenommen, die Eisel mit seinem Team am Donnerstag besichtigt hat. “Das sind schnelle, flache Pavés. Wie sich das auf die Rennentwicklung auswirkt bleibt abzuwarten. Bei Gegenwind steigt die Wahrscheinlichkeit dass sich Gruppen wieder zusammenfinden, bei Gegenwind hat man leider kaum mehr eine Chance dazu.”

Ein gutes Omen für Eisel’s Highroad Team ist jedenfalls die Tatsache, dass Teamsponsor Specialized die Sieger der letzten drei Jahre (Cancellara 2010, Bonnen 2009, 2008) mit ihren Rädern ausgestattet hat. Eisel: “Die Roubaix-Edition ist bereits ausgepackt. Bessere Dämpfung, mehr Komfort durch spezielle Elastomere, dazu ein geringeres Gewicht”, diese Zutaten sollen die Tortur zumindest erträglicher machen.

Start ist am Sonntag in Compiégne, danach geht es über 258 Kilometer zur Zielankunft ins Vélodrom nach Roubaix. Die 27 Pflastersteinpassagen – die teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammen – sind in Kategorien von 1 bis 5 eingeteilt, wobei 5 dem höchsten Schwierigkeitsgrad entspricht.

 

Eisel bei bester „Ronde“ seines Lebens auf Rang 14

Eisel bei bester „Ronde“ seines Lebens auf Rang 14

An Spannung kaum zu überbieten war die 95. Auflage des flämischen Frühjahresklassikers Ronde van Vlaanderen. Nach 258 Kilometer holte sich der Belgier Nick Nuyens (Team Saxo Bank) im Sprint einer dreiköpfigen Gruppe überraschend den Sieg vor dem Franzosen Sylvain Chavanel (Quickstep) und Vorjahressieger Fabian Cancellara (Leopard) aus der Schweiz.

Der einzige Österreicher am Start, Bernhard Eisel, belegte bei seiner insgesamt schon neunten Flandern-Rundfahrt Rang 14 und zeigte sich durchaus zufrieden. “Das war die beste Ronde die ich jemals gefahren bin, obwohl die Platzierung das vielleicht nicht widerspiegelt.”

Der 30-jährige präsentierte sich initiativ, befand sich zu Beginn des Rennens in einer 20-köpfigen Fluchtgruppe, die jedoch vom Feld wieder gestellt wurde. Während im weiteren Rennverlauf etliche Fahrer in Ausreißergruppen ihr Glück versuchten, hielt sich Eisel in Lauerstellung stets an der Front der ersten Verfolgergruppe auf. Zur Entscheidung kam es an der berüchtigten “Mauer von Geraadsbergen, rund 20 Kilometer vor dem Ziel. 12 Fahrer konnten sich nach dem vorletzten Anstieg des Rennens bis ins Ziel in Meerbeke vom Feld absetzen, Eisel verlor jedoch den Anschluss an die Spitze. “Die Muur liegt mir im unteren Abschnitt einfach nicht, da habe ich viel an Boden verloren. So ehrlich muss ich sein, im entscheidenden Moment hatte es heute leider nicht drauf. Im Sprint des Hauptfeldes musste sich der Steirer dann nur dem US-Amerikaner Tyler Farrar geschlagen geben.

“Auf alle Fälle stimmt die Form, auch wenn ich heute eine dicke Chance ausgelassen habe. Aber in Hinblick auf die kommenden Rennen stimmt mich meine Verfassung sehr zuversichtlich.”
Der HTC-Highroad-Profi wird am Mittwoch beim Schelde-Preis starten, ehe es am Sonntag zur alljährlichen “Schlacht” in der “Hölle des Nordens”, Paris-Roubaix,  kommt.

Eisel als Leitwolf bei Flandern-Rundfahrt

Eisel als Leitwolf bei Flandern-Rundfahrt

Nach dem siebenten Platz bei Gent-Wevelgem am vergangenen Wochenende, startet Bernhard Eisel am Sonntag bei der 95. Auflage der Flandern Rundfahrt. Sein Rennstall Team HTC-Highroad setzt auf ihn und Matthew Goss als Kapitäne. Man liebt, oder man hasst sie – “Vlaanderens mooiste”, Flanderns Schönste – zumindest wenn man als Fahrer am populärsten Eintagesrennen Belgiens bzw. der Welt teilnimmt. Die “Ronde” ist nämlich unbarmherzig ehrlich. Bei der Flandern Rundfahrt werden Helden geboren aber genauso Träume zerstört.

Bernhard Eisel (30) zählt zu der Handvoll Fahrer im Peloton, die dieses Rennen lieben. Seit 2003 kämpft sich der Österreicher Jahr für Jahr über die zahllosen Hellinge, die kurzen giftigen Anstiege Ostflanderns. “Man muss das zu seinen Lieblingsrennen machen, was die anderen nicht mögen”, schmunzelt Eisel. Die Herausforderung sei der besondere Reiz, die rund 750.000 Menschen die den Streckenrand säumen und für Volksfeststimmung sorgen, die unbeschreibliche Atmosphäre, der Mythos der dahinter steht.

Am Sonntag geht der Wahlkärntner als einer von zwei Kapitänen bei HTC-Highroad ins Rennen, gemeinsam mit Matthew Goss, dem Sieger von Mailand-Sanremo 2011. “Es wird ein Ausscheidungsrennen werden”, ist sich Eisel sicher. Am Sonntag ist schlechtes Wetter prognostiziert. “Ein zusätzliches Handicap, insbesondere für mich als Schönwetterfahrer”. Da bleibt es abzuwarten ob ich bei der Vorentscheidung dabei bleiben kann, die belgischen Klassiker schreiben immer ihre eigene Geschichte. Ich rechne jedenfalls mit Rückenwind, der mir eher nicht entgegen kommt, sondern starken Einzelfahrern wie Thor Hushovd oder Titelverteidiger Fabian Cancellara. Aber natürlich träume ich nach wie vor vom Sieg!” Zumindest die gesundheitlichen Probleme der letzten Zeit sind passé. “Ich bin wieder voll fit”, strotzt Eisel vor Selbstvertrauen.

Die Streckenführung weist auch heuer wieder einige Veränderungen auf. Vom Grote Markt in Brügge geht es heuer über 258,3 Kilometer in den Zielort Meerbeke. Ab Kilometer 188 beginnt die eigentliche Tortur für die Fahrer über 18 Hellinge und Kasseien (Pflastersteinpassagen). Mit dabei ist heuer auch wieder der Valkenberg, der vor den letzten drei und zumeist rennentscheidenden Anstiegen – Tenbosse, Mauer von Geraardsbergen und Bosberg – wieder in den Streckenplan aufgenommen wurde.

Am Mittwoch besichtigte Eisel mit seinem HTC-Team schon einmal die Schlüsselpassagen. Sein Resümee: “Mir erscheint es zum Ende hin etwas leichter zu sein als in den letzten Jahren, dafür sind die mittleren Steigungen umso schwieriger.”

Eisel mit neuer Wunderwaffe bei Mailand-Sanremo

Eisel mit neuer Wunderwaffe bei Mailand-Sanremo

Am Samstag startet Radprofi Bernhard Eisel (HTC-Columbia) beim Eintagesklassiker Mailand-Sanremo. Der Edelhelfer von Mark Cavendish will den Briten zu seinem zweiten Erfolg bei der „Classicissima“ führen.

Die Bilanz von Bernhard Eisel nach seinem 138. Gesamtrang bei der Rad-Fernfahrt Tirreno-Adriatico fällt gemischt aus. Spitzenergebnisse wie in den Vorjahren auf den einzelnen Etappen blieben zwar aus, dennoch zieht der 30-jährige ein durchaus positives Resümee. „Ich konnte gut trainieren und bin mittlerweile wieder völlig gesund. Zudem war Tirreno eine optimale Vorbereitung für Mailand-Sanremo.“

Der berühmteste Eintagesklassiker Italiens geht am Samstag in Szene. Eisel’s Team, HTC-Columbia, setzt alles daran den Sieg durch Mark Cavendish im Jahr 2009 zu wiederholen. „Alle für einen“, lautet das Motto im amerikanischen Rennstall. Auf Eisel wird deshalb jede Menge Arbeit zukommen. „Im Idealfall bringe ich Cav im Spitzenfeld über die Cipressa und den Poggio um ihm dann noch den Sprint anzuziehen. Wir haben jedenfalls eine starke Mannschaft am Start und auch meine Formkurve hat sich von Tag zu Tag gesteigert“, erzählt der Steirer.

Schon vor dem Start von Tirreno-Adriatico hat Eisel mit seinem Team die markantesten Streckenabschnitte besichtigt, letzte Anweisungen und Tipps gab es noch vom sportlichen Leiter von HTC, Erik Zabel, der die „La Primavera“ viermal gewinnen konnte. Bernhard Eisel’s beste Platzierung war ein 11. Rang im Jahr 2003. Zusätzlich werden vier vom HTC-Team, darunter der Österreicher, von Teamsponsor Specalized mit speziellen Rädern ausgestattet. „Unsere Geheimwaffen sozusagen. Die Räder begründen eine neue Evolutionsstufe auf dem Materialsektor. Sie sind aerodynamischer, belastbarer und steifer“. zeigt sich Eisel fasziniert.

Mailand-Sanremo ist mit über 290 Kilometern das längste Eintagesrennen im Profi-Radsport und wird traditionell an einem Samstag Ende März ausgetragen. Organisiert wird der Klassiker seit jeher von der La Gazzetta della Sport, es zählt zu den fünf Monumenten des Radsports. Die Strecke von Mailand nach Sanremo ändert sich von Jahr zu Jahr nur geringfügig. Start ist auf der Piazza Castello in Mailand, danach führt die Strecke über Binasco, Pavia, Voghera, Tortona, Novi Ligure, Ovada und den Turchino-Pass (588 Meter) zur Mittelmeerküste die italienische Riviera entlang. Spektakulär und zumeist Rennentscheidend sind die Anstiege kurz vor Sanremo – die Cipressa (etwa 20 Kilometer vor dem Ziel) und der Anstieg zum Poggio (rund sechs Kilometer vor dem Ziel).

Tirreno-Adriatico

Tirreno-Adriatico

Der österreichische Radprofi Bernhard Eisel (30) startet seine heurige World Tour-Saison in Europa bei Tirreno-Adriatico. Zwischen dem Mittelmeer und dem Adriatischen Meer will der HTC-Profi seine Formkurve steigern.

Leicht verkühlt aber voll motiviert geht der steirische Radprofi Bernhard Eisel am Mittwoch bei der 46. Auflage der Fernfahrt Tirreno-Adriatico (ITA), das zur UCI World Tour zählt, an den Start. „Ich bin zwar nicht hundertprozentig fit, aber das sollte sich bis zum ersten Saisonhighlight (Mailand-San Remo,19. März, Anm.) wieder gelegt haben.“ Relativ bescheiden sind daher die Ambitionen des HTC-Profis für die kommenden sieben Tage: „In erster Linie gilt es meine Teamkollegen, Mark Cavendish bei den Sprintankünften und unsere Klassementfahrer Marco Pinotti sowie Michael Albasini, zu unterstützen. Und ich persönlich möchte in Hinblick auf die Frühjahresklassiker gut in Form kommen.“

Tirreno-Adriatico gilt gemeinhin als letzter Formtest für die prestigeträchtige „Classicissima“ an der italienischen Riviera.

Die Rundfahrt beginnt am Mittwoch, den 9. März, in Marina di Carrara erstmals mit einem Mannschaftszeitfahren über 16,8 km, danach führt der Weg das Peloton Richtung Südosten über relativ flaches Terrain bis nach Perugia. Eine Vorentscheidung wird vermutlich die fünfte Etappe über den 1455 Meter hohen Sasso Tetto bringen, ehe die Rundfahrt am 15. März mit einem Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto endet. Die Gesamtdistanz beträgt 1075 Kilometer. Am Start stehen 160 Fahrer aus 20 Mannschaften.

Mit Tirreno-Adriatico verbindet Eisel durchaus positive Erinnerungen. 2004 fuhr er auf der ersten Etappe hinter Alessandro Petacchi völlig überraschend auf Rang zwei, im Vorjahr sprintete er mit den Rängen drei und vier zweimal in die Spitzenränge.

 

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