Auftakt zur 15. Profi-Saison auf Mallorca

Bernhard Eisel beim Team Sky-Trainingslager auf Mallorca.

Bernhard Eisel beim Team Sky-Trainingslager auf Mallorca.

24 Siege, 846 Rennen, 147.000 Rennkilometer – Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel (33) in Zahlen vor dem Start auf Mallorca in seine 15. Saison als Radprofi. Ein besonderes Jahr für den zehnfachen Tour de France-Finisher, dessen Frau Tanja Ende Februar ihr erstes Kind erwartet.

„Meine Form ist richtig gut, ich habe im letzten Trainingsmonat einen großen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Bernhard Eisel vor seinem ersten Renneinsatz mit dem Team Sky bei der Mallorca Challenge 2015. Der Wahl-Klagenfurter wird an drei der vier Eintagesrennen teilnehmen.

„Das Training mit den Jungs auf Mallorca hat zwar Spaß gemacht. Und auch die Arbeit daheim am Turbo-Trainer war sehr effektiv und dank der vielen guten Sky-Serien auch aushaltbar. Aber ich bin Rennfahrer und deshalb extrem froh, dass es endlich losgeht“, lächelt Bernhard Eisel, der sich dank „Sky go“ vor allem mit den Serien „True Detective“ und „The Knick“ abgelenkt hat.

„Die Mallorca Challenge dient unserem Sprinter-Team vor allem der Abstimmung. Für mich geht es darum mich wieder in meine Rolle als Helfer und Road Captain hineinzufinden. Wir wollen gut loslegen und Rennen gewinnen.“ Nach den Tagesrennen geht es für Eisel in die Vereinigten Arabischen Emirate zur Dubai Tour und im Anschluss zur Rundfahrt nach Katar.

Die nächsten Rennen für Team Sky-Road Captain Bernhard Eisel: 29.1. Trofeo Santanyí (ESP); 31.1. Trofeo Andratx (ESP), 1.2. Trofeo Palma (ESP); 4.-7.2. Dubai Tour (VAE), 8.-13.2. Tour of Qatar

Der Team Sky-Rennkalender unter www.teamsky.com

Tour of Glory neben Wiggins und Cavendish

Tour of Glory neben Wiggins und Cavendish

Back on track – Bernhard Eisel hat die Pause nach 5 kräfteraubenden Renn-Wochen bei Tour de France und Olympia gut getan. „Ich freu mich auf unser Heimspiel bei der Tour of Britain“, sagt der Profi des britischen Radstalls Team Sky Pro Cycling. Vom 9. bis 16. September werden die Briten ihre Sky-Stars rund um Olympiasieger und Tour-Dominator Wiggins und Weltmeister Cavendish über 8 Etappen und 1.349,9 Kilometer anfeuern.

Die Briten nennen es jetzt schon Tour of Glory. „Klar, es ist der erste Auftritt für Bradley Wiggins nach Olympia und dem ersten Tour-de-France-Sieg eines Briten überhaupt. Diese Rundfahrt ist eine Verbeugung vor den britischen Radsportfans“, sagt Bernhard Eisel. „Es wird ein emotionales Spektakel – und eine harte Tour. Bei diesem Heimrennen will ich zeigen, dass ich noch was drauf habe, schließlich habe ich bei Sky einen Vertrag bis Ende 2013.“

Zum Glück hat der 31-jährige Steirer die Wochen nach den Anstrengungen seiner neunten Tour de France zur Regeneration genützt. „Viel Ruhe, wenige Kilometer, der Wiedereinstieg in den Trainingsalltag war echt hart.“ Doch nach Platz 2 beim Altstadtkriterium in Schwaz und den letzten Trainingskilometern in seiner Wahlheimat Klagenfurt am Wörthersee ist Eisel bereit für seine letzte Rundfahrt in diesem Jahr. Im Oktober stehen noch die Tagesrennen Paris – Bourges, das Eisel 2008 gewann, und Paris – Tours an.

Foto: GEPA pictures/Herman Seidl

Bernhard Eisel | „Team Sky will den Tour-Sieg“

Bernhard Eisel | „Team Sky will den Tour-Sieg“

Tour de France, die wichtigste Radrundfahrt der Welt. Zum neunten Mal ist Bernhard Eisel dabei. Das ist Rekord. „Mir wäre ein Etappensieg lieber“, sagt der Team Sky-Profi. Die Ziele sind hoch gesteckt: „Team Sky will den Tour-Sieg. Wir haben Bradley Wiggins als Mitfavorit für Gelb. Ich werde von der Rampe in Lüttich bis zum Ziel in Paris mit den Jungs für diesen Sieg arbeiten.“

20 Etappen, 3.497 Kilometer, 9 Berg-, 9 Flachetappen, 1 Prolog, 2 Zeitfahren, 2 Ruhetage vom 30. Juni bis 22. Juli, 3 harte Wochen für Bernhard Eisel und sein Team. Die 99. Auflage der Tour de France ist das dritte Antreten von Team Sky beim drittgrößten Sportereignis der Welt. Die gut aufgestellte neunköpfige Mannschaft hat einen gemeinsamen Traum: Den Gesamtsieg, das Gelbe Trikot ins Ziel nach Paris bringen. „Bradley Wiggins ist der Mann dafür“, sagt Bernhard Eisel. „Wenige Bergankünfte, dafür zwei lange Zeitfahr-Etappen, das hat Bradley drauf. Außerdem kommt mit Chris Froome starke Unterstützung, er war im Vorjahr bei der Vuelta Gesamtzweiter.“

Für Weltmeister Mark Cavendish und seinen Edelhelfer Bernhard Eisel geht es auch um Etappensiege und das Grüne Trikot. „Klar will ,Cav‘ sein Grünes Trikot aus dem Vorjahr verteidigen, aber Gelb und die Etappensiege zählen mehr.“ Den Traum vom eigenen Etappensieg kann Olympiastarter Eisel vielleicht bei seinem neunten Antreten verwirklichen: „Ich war wie Georg Totschnig achtmal am Start. Er hat einmal gewonnen, ich bislang nix. Vielleicht klappt es ja bei meinem neunten Auftritt. Davon könnte ich dann später noch meinen Enkeln erzählen. Denn die Tour ist und bleibt das Größte, dass man als Radsportler erleben kann. Ich freu mich und bin trotz aller Routine aufgeregt als wäre es mein erstes Mal.“

Giro d‘Italia | „Am Sky-Zug kommt keiner vorbei“

Giro d‘Italia | „Am Sky-Zug kommt keiner vorbei“

Bernhard Eisel startet beim Giro d’Italia (5. bis 27. Mai) als Road Captain für das Team Sky Pro Cycling. „Eine besondere Herausforderung für mich, dieses starke, extrem junge Team bei dieser Rundfahrt zu führen. Es ist trotz meiner Routine erst mein zweiter Giro.“ Bevor es zum Prolog nach Dänemark geht, ist Eisel bei Samstag LIVE! (ab 19 Uhr) im Sky-Studio München bei Jessica Kastrop und Oliver Pocher zu Gast.

„Mein Ziel ist immer ein Etappensieg“, sagt der 31-jährige Rad-Profi Bernhard Eisel. „Meine Aufgabe als Road Captain ist das junge Team zu führen, bei einem hektischen Rundfahr-Klassiker wie dem Giro Ruhe auszustrahlen. Genau dafür hat mich Team Sky geholt.“ Die Chancen des britischen Radstalls? Eisel: „Extrem gut. Vor allem bei Massenankünften. Am Sky-Zug kommt keiner vorbei!“ Die Zuversicht des Steirers beruht auf Fakten: Drei britische Sky-Teamkollegen gewannen bei der Bahnrad-WM in Melbourne Gold. Dabei sprinteten Peter Kennaugh, Geraint Thomas und Co. unter anderem über 4.000 Meter zur drittschnellsten je gefahrenen Zeit.

Wochenende in München, Spaß mit Pocher
Bevor es zur 95. Auflage des Giro über 21 Etappen, 5 Bergankünfte, einem Team- und 2 Einzelzeitfahren bei nur 2 Ruhetagen innerhalb von drei Wochen geht, steht noch ein relaxtes Wochenende am Programm. Eisel: „Ich gehe ganz frisch in den Giro, freu mich auf zwei trainingsfreie Tage in München.“ Dort wird der Sky-Profi, der mit seinem Team eine starke WorldTour-Tagesklassiker-Serie hingelegt und in Harelbeke (Belgien) im Zielsprint Rang 3 geholt hatte, live im Sky-Studio vorbeischauen. Eisel ist mit seinem deutschen Sky-Kollegen Christian Knees zu Gast bei Samstag LIVE! (ab 19 Uhr) mit Jessica Kastrop und Oliver Pocher.

Flandernrundfahrt 2012: „Für uns die Hölle, für Fans ein Fest“

Flandernrundfahrt 2012: „Für uns die Hölle, für Fans ein Fest“

De ronde van Vlaanderen 2012 – 256,9 Kilometer lang, 16 Hellingen (Anstiege) über rumpelige Kasseien (Kopfsteinpflaster), 750.000 Menschen an der Strecke. Mitten drin Bernhard Eisel mit seinem Team Sky Pro Cycling. Zum zehnten Mal startet er am Sonntag bei diesem Tagesklassiker, der zu den 5 Monumenten des Radsports zählt: „Für uns ist die Ronde die Hölle, für die Radsportfans ein riesiges Fest. Ich freu mich, wieder dabei zu sein.“

„Böse Zungen behaupten, dass bei schönem Wetter 750.000 und bei Schlechtwetter eine Million Leute kommen werden – weil’s mehr Stürze gibt“, grinst Bernhard Eisel, der letzte Woche beim World Tour Tagesklassiker E3 Prijs Vlaanderen mit Platz 3 in die belgischen Wochen gestartet war.

Die neue Streckenführung bei der 96. Auflage der Flandernrundfahrt hat es in sich. Um das radsportbegeisterte Publikum noch näher an die Fahrer zu bringen, wird der Streckenabschnitt Oude Kwaremont (2,2 Kilometer-Anstieg mit 4,2 Prozent Steigung) und Paterberg (350 m Anstieg mit 12,5 Prozent) – zwei, der berühm ten Hellingen – dreimal hintereinander gefahren. Eisel: „Wir haben diese Schlüsselstelle ganz genau besichtigt, uns jede Verkehrsinsel, jedes Loch notiert. Am Kwaremont und am Paterberg ist es besonders eng, das Kopfsteinplaster extrem löchrig, es wird unglaublich hart!“ Vlaanderens mooiste (Das Schönste von Flandern) endet heuer zum ersten Mal in Oudenaarde, dort, wo Belgiens Radmuseum steht.

Kapitän Eisel führt das Sky-Team

Der achtfache Tourteilnehmer Bernhard Eisel geht mit klaren Zielen als Sky-Kapitän in die Flandernrundfahrt: „Meine Aufgabe ist es, mein Team zu führen und mich um Edvald Boasson Hagen zu kümmern. Seine Form stimmt, das hat er bei Gent-Wevelgem mit Platz 5 bewiesen. Juan Antonio Flecha kommt aus einer Verletzungspause nach einem Handknochenbruch. Er ist sozusagen unser Joker, mal sehen, wie es ihm geht. Die großen Favoriten sind natürlich Boonen und Cancellara, die gilt es zu schlagen.“ Nach der Ronde stehen für den Sky-Profi noch der Scheldeprijs (4. April) und der Klassiker Paris-Roubaix (8. April) am Programm.

Zum achten Mal Champs Élysees & ein rekordverdächtiges Duo

Zum achten Mal Champs Élysees & ein rekordverdächtiges Duo

Die 98. Tour de France ging am Sonntag in Paris zu Ende. Der einzige Österreicher am Start, HTC-Kapitän Bernhard Eisel (30), hatte beim großen Finale auf dem Champs Élyssés allen Grund zu Feiern.

23 Tage und 3.430,5 Kilometer später – es ist geschafft.  Am  2. Juli erfolgte der Start an der Vendée am Atlantik, von 198 gestarteten Profis  haben sich 167 durchgekämpft. 32 Rennfahrer schieden nach Sturz, Krankheit und nach Kontrollschluss vorzeitig aus.

Heuer war Eisel erstmals offiziell Tour-Teamkapitän seines Rennstalls HTC-Highroad, eine Rolle, die er den Ergebnissen nach, mit Bravour gemeistert hat. HTC ist mit sechs Tageserfolgen das mit Abstand erfolgreichste Team gezählt an Etappensiegen. Fünf konnte Supersprinter Mark Cavendish verbuchen, der auch auf der Schlussetappe  auf dem Champs Élyssés erfolgreich war. Für den Sechsten sorgte Tony Martin (GER) im Einzelzeitfahren am Samstag. Cavendish holte damit auch das Grüne Trikot des Punktbesten – welches der Brite erstmals in seiner Karriere gewinnen konnte – in die Reihen des US-Teams. 2009 und 2010 war er knapp daran gescheitert.

Die Freude ist teamintern natürlich grenzenlos: „Es war ein hartes Stück Arbeit dieses Trikot bis nach Paris zu bringen, aber wir haben es schlussendlich mit zusammengebissenen Zähnen und schweißtreibender Arbeit geschafft. Jetzt bin ich einfach nur überglücklich“, zeigt sich Bernie erleichtert.

Bei 20 Tour-Etappenerfolgen hält „Cav“ mittlerweile, bei jedem Einzelnen war Bernhard Eisel an seiner Seite. „Wir sind wohl ein Duo, das ganz gut funktioniert“, grinst Eisel.

Im Gesamtklassement belegt Eisel den 161. Rang mit einer Fahrzeit von 89:52,18 Stunden. Der Zeitrückstand auf Tour-Sieger Cadel Evans beträgt 3:39,56. Doch das spielt alles keine Rolle.  Der Wahlkärntner hat, wie schon in den Jahren davor, seine eigenen Interessen denen der Mannschaft untergeordnet. „Das ist kein Problem für mich, dass ist mein Job. Radsport ist ein Mannschaftssport – wir gewinnen oder verlieren zusammen. Dieses Jahr haben wir sehr viel erreicht und das ist für mich persönlich wie ein Sieg.“

Nach den Strapazen der letzten Wochen wird jetzt erst einmal gefeiert und so etwas wie Normalität genossen. „Meine drei Geschwister sind mit ihren Familien nach Paris gekommen um mich zu empfangen. Und am Abend werden wir sicherlich mit dem ganzen Team noch ordentlich Gas geben.“

Positives Resümee nach erster Tour-Woche

Positives Resümee nach erster Tour-Woche

Die erste Woche der 98. Frankreich-Rundfahrt ist geschafft. Österreichs einziger Vertreter beim bedeutendsten Radrennen der Welt, Bernhard Eisel vom HTC-Highroad-Team, blickt auf einen ereignisreichen Auftakt zurück.

Auf der 2. Etappe, beim Mannschaftszeitfahren, kam der 30-jährige zu Sturz und brachte damit seine Mannschaft wohl um die große Chance das gelbe Trikot in ihre Reihen zu holen. “Aber bis auf diesen blöden Patzer kann ich mir bislang nichts vorwerfen”, ist Eisel am ersten Ruhetag zufrieden. “Im Gesamtklassement haben wir mit Tony Martin (6.) und Peter Velits (7.) zwei Fahrer in aussichtsreicher Position. Und mit  Mark Cavendish einen zweifachen Etappensieger. Alles in allem sind wir voll im Plan, die Stimmung im Team ist jedenfalls weltklasse.”

Kopfweh bereiten dem HTC-Kapitän aber Vorfälle, die Gesundheit und Leben der Fahrer aufs Spiel setzen. “Unfälle mit Begleitmotorrädern oder TV-Teams, wie sie auf den letzten Etappen an der Tagesordnung standen,  sind vermeidbar. Das muss die Tourorganisation rasch in den Griff bekommen. Ein Sturz in einer Abfahrt kann passieren, aber wenn Kamikaze-Lenker auf Motorrädern oder in Autos, die Rennsituationen nicht richtig einschätzen können, mit im Feld sind, wird’s brenzlig. Das sind Dinge die wir Fahrer nicht akzeptieren können oder wollen. Noch dazu ist die  Beschilderung auf den Etappen, die auf Gefahrenstellen hinweisen soll, miserabel”, nimmt sich Eisel kein Blatt vor dem Mund.
Die Streckenführung und auch die Zieleinläufe sind heuer um einiges gefährlicher als in den Jahren zuvor. Daher kommt neben der sportlichen Belastung auch noch eine psychische hinzu. Du musst vom ersten bis zum letzten Kilometer stets zu 100 Prozent aufmerksam sein – das zehrt mit der Zeit ebenfalls an den Kräften.”

Nach dem Ruhetag am Montag, der vollkommen im Zeichen von Regeneration steht, geht’s am Dienstag mit der zweiten Tourwoche weiter. Nach zwei relativ flachen Etappen, auf denen die Sprinter noch einmal ihre Chance bekommen sollten, sind dann die Kletterer gefragt. Am Donnerstag erreicht das Peloton das Hochgebirge, dann geht es bis Samstag in den Pyrenäen richtig zur Sache.
“Meine Aufgabe in der nächsten Woche ist klar. Ich muss nur Cavendish und Renshaw gut und vor allem innerhalb der Karenzzeit über die ersten Bergetappen bringen”, so Eisel.

Bernhard Eisel bietet während der Tour einen besonderen Service für seine Fans an. Auf seiner Facebook-Fanseite “Bernhard Eisel” postet der Steirer nicht nur täglich neues Bildmaterial, sondern auch alle wichtigen News und Eindrücke nach den jeweiligen Etappen.

Rang sieben bei Paris-Roubaix

Rang sieben bei Paris-Roubaix

Die Vorgabe war ein Rang unter den Top-Ten – im Endeffekt wurde es Platz sieben und die beste Platzierung eines Österreichers bei der „Königin der Klassiker“, über 258 Kilometer und 27 Pflastersteinpassagen, die nicht am grünen Tisch entschieden wurde.

2006 kam Eisel als achter ins Ziel, nach der nachträglichen Disqualifizierung drei seiner Mitstreiter schien der Steirer schlussendlich als fünfter im Klassement auf. „Dieser fünfte Rang war von der Papierform her schön, sportlich wollte ich ihn jedoch nie anerkennen.“

Der 30-jährige hatte am Sonntag kurz vor dem „Wald von Arenberg“, zu einem äußert ungünstigen Zeitpunkt, einen Defekt, kam dennoch mit der Favoritengruppe rund um Tom Boonen, Fabian Cancellara & Co. aus dem berüchtigten Pavéstück heraus. „Ich blieb bis dahin, zum Glück, vom Sturzpech verschont, obwohl es diesmal an allen Ecken und Enden gekracht hat. Hätte ich dann mehr Mut gehabt, hätte ich attackieren müssen. Aber ich habe gepokert und abgewartet, auch weil ich mit Lars Bak einen Teamkollegen in der Spitzengruppe hatte.“

Während der spätere Sieger Johan Van Summeren alleine davonzog,  forcierte der erklärte Favorit Fabian Cancellara in der Eisel-Gruppe das Tempo. „Diesen Moment habe ich leider verpasst. Wenn ich an seinem Hinterrad geblieben wäre, würde das Klassement wohl anders aussehen.“ Van Summeren ließ nichts mehr anbrennen, triumphierte als Solist im Velodrom in Roubaix, Cancellara überquerte als zweiter den Zielstrich. Eisel gewann den Sprint der ersten größeren Verfolgergruppe und wurde siebenter.

„Jetzt bin ich froh dass die Klassikersaison vorbei ist, denn bei all diesen Rennen gilt: Von Kilometer Null bis ins Ziel gilt Anspannung und Konzentration – das zehrt an den Reserven. Aber ich bin absolut zufrieden. Zwar habe ich heuer kein „großes Ding“ abgeschossen, dennoch konstant gute Resultate verzeichnet.“

Eisel bei bester „Ronde“ seines Lebens auf Rang 14

Eisel bei bester „Ronde“ seines Lebens auf Rang 14

An Spannung kaum zu überbieten war die 95. Auflage des flämischen Frühjahresklassikers Ronde van Vlaanderen. Nach 258 Kilometer holte sich der Belgier Nick Nuyens (Team Saxo Bank) im Sprint einer dreiköpfigen Gruppe überraschend den Sieg vor dem Franzosen Sylvain Chavanel (Quickstep) und Vorjahressieger Fabian Cancellara (Leopard) aus der Schweiz.

Der einzige Österreicher am Start, Bernhard Eisel, belegte bei seiner insgesamt schon neunten Flandern-Rundfahrt Rang 14 und zeigte sich durchaus zufrieden. “Das war die beste Ronde die ich jemals gefahren bin, obwohl die Platzierung das vielleicht nicht widerspiegelt.”

Der 30-jährige präsentierte sich initiativ, befand sich zu Beginn des Rennens in einer 20-köpfigen Fluchtgruppe, die jedoch vom Feld wieder gestellt wurde. Während im weiteren Rennverlauf etliche Fahrer in Ausreißergruppen ihr Glück versuchten, hielt sich Eisel in Lauerstellung stets an der Front der ersten Verfolgergruppe auf. Zur Entscheidung kam es an der berüchtigten “Mauer von Geraadsbergen, rund 20 Kilometer vor dem Ziel. 12 Fahrer konnten sich nach dem vorletzten Anstieg des Rennens bis ins Ziel in Meerbeke vom Feld absetzen, Eisel verlor jedoch den Anschluss an die Spitze. “Die Muur liegt mir im unteren Abschnitt einfach nicht, da habe ich viel an Boden verloren. So ehrlich muss ich sein, im entscheidenden Moment hatte es heute leider nicht drauf. Im Sprint des Hauptfeldes musste sich der Steirer dann nur dem US-Amerikaner Tyler Farrar geschlagen geben.

“Auf alle Fälle stimmt die Form, auch wenn ich heute eine dicke Chance ausgelassen habe. Aber in Hinblick auf die kommenden Rennen stimmt mich meine Verfassung sehr zuversichtlich.”
Der HTC-Highroad-Profi wird am Mittwoch beim Schelde-Preis starten, ehe es am Sonntag zur alljährlichen “Schlacht” in der “Hölle des Nordens”, Paris-Roubaix,  kommt.

Tirreno-Adriatico

Tirreno-Adriatico

Der österreichische Radprofi Bernhard Eisel (30) startet seine heurige World Tour-Saison in Europa bei Tirreno-Adriatico. Zwischen dem Mittelmeer und dem Adriatischen Meer will der HTC-Profi seine Formkurve steigern.

Leicht verkühlt aber voll motiviert geht der steirische Radprofi Bernhard Eisel am Mittwoch bei der 46. Auflage der Fernfahrt Tirreno-Adriatico (ITA), das zur UCI World Tour zählt, an den Start. „Ich bin zwar nicht hundertprozentig fit, aber das sollte sich bis zum ersten Saisonhighlight (Mailand-San Remo,19. März, Anm.) wieder gelegt haben.“ Relativ bescheiden sind daher die Ambitionen des HTC-Profis für die kommenden sieben Tage: „In erster Linie gilt es meine Teamkollegen, Mark Cavendish bei den Sprintankünften und unsere Klassementfahrer Marco Pinotti sowie Michael Albasini, zu unterstützen. Und ich persönlich möchte in Hinblick auf die Frühjahresklassiker gut in Form kommen.“

Tirreno-Adriatico gilt gemeinhin als letzter Formtest für die prestigeträchtige „Classicissima“ an der italienischen Riviera.

Die Rundfahrt beginnt am Mittwoch, den 9. März, in Marina di Carrara erstmals mit einem Mannschaftszeitfahren über 16,8 km, danach führt der Weg das Peloton Richtung Südosten über relativ flaches Terrain bis nach Perugia. Eine Vorentscheidung wird vermutlich die fünfte Etappe über den 1455 Meter hohen Sasso Tetto bringen, ehe die Rundfahrt am 15. März mit einem Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto endet. Die Gesamtdistanz beträgt 1075 Kilometer. Am Start stehen 160 Fahrer aus 20 Mannschaften.

Mit Tirreno-Adriatico verbindet Eisel durchaus positive Erinnerungen. 2004 fuhr er auf der ersten Etappe hinter Alessandro Petacchi völlig überraschend auf Rang zwei, im Vorjahr sprintete er mit den Rängen drei und vier zweimal in die Spitzenränge.